Original paper

Uebersicht der silurischen Geschiebe Ost- und Westpreussens.

Jentzsch, Alfred

Kurzfassung

Am Schlüsse seines Vertrages über Lituiten bemerkt Herr Remelé, dass der untersilurische Glaukonitkalk unter den ostpreussischen Geschieben zu fehlen scheine. In der That ist derselbe bisher nur gelegentlich einmal von Herrn Steinhardt erwähnt, indem dieser bei der Beschreibung des Asaphus sp. aff. tyranno sagt: ,Drei sind von Herrn Conrector Seydler in Braunsberg in einem grauen, mit zahlreichen Glaukonitkörnchen gemengten Kalkstein gefunden worden." Eins der genannten Stücke ist nunmehr in den Besitz des Provinzialmuseums der physikal.-ökon. Gesellschaft gelangt. Es ist ein hellgrauer, feinkrystallinischer Kalk mit zahllosen knollig gestalteten Körnchen, welche oberflächlich schwarz glänzend sind, mit dem Fingernagel sich zertheilen lassen und erdigen Bruch mit der charakteristischen grünen Farbe des Glaukonits zeigen. Das in diesem Gestein enthaltene Pygidium ist nach F. Schmidt der für den russischen Glaukonitkalk bezeichnende Asaphus platilimbatus. Denselben Trilobiten erhielt ich in mehreren Exemplaren von Thorn in einem ebenfalls glaukonitischen, jedoch etwas mergeligen Kalkstein. Noch ein drittes Exemplar von unbekanntem Fundort, doch höchst wahrscheinlich aus Ostpreussen, zeigt ebenfalls ein charakteristisches Pygidium des genannten Trilobiten und besteht aus einem feinkrystallinischen, etwas splitterig brechenden, sehr spärlich mit Glaukonit durchsetzten Kalk, der theils blass grünlich, theils schmutzig braunroth gefärbt ist. Sehr charakteristische, glaukonitische, deutlich krystallinische Stücke des Gesteins sammelte ich zu Claussen bei Lyck und zu Puschdorf bei Wehlau. Endlich erhielt ich noch von Caymen bei Königsberg ein Geröll eines gelb und roth geflammten glaukonitreichen Kalksteins, welcher wahrscheinlich derselben Etage angehört. Hiernach ist festgestellt: Glaukonitkalk vom Alter des russischen ist in Ost- und Westpreussen verbreitet, jedoch relativ sehr selten.