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Riesentöpfe in Curland.

v. Helmersen, G.

Kurzfassung

Ihren Aufsatz über Riesentöpfe und ihre allgemeine Verbreitung in Norddeutschland hatte ich mit besonderem Interesse gelesen, da auch ich mich mit der Erscheinung der Riesentöpfe, namentlich in Finnland und am Ural, beschäftigt habe. Ihre Abhandlung veranlasst mich, Ihnen die folgende Mittheilung zu machen, da sie eine Gegend betrifft, die an Norddeutschland grenzt, nämlich Curland. Als ich 1874 im mittleren Curland bei dem Gute Lukken, am rechten Ufer des Windauflusses, den dort befindlichen, in Permischem Kalksteine betriebenen Steinbruch besuchte, bemerkte ich an perpendikulären Wänden des künstlich entblössten Gesteins, zwei Riesenkessel. Sie befanden sich in geringer Entfernung von einander und in ein und derselben Höhe des Profils. Der Kessel Fig. 1 ist 4 Fuss tief, oben 1 Fuss 6 Zoll, unten 1 Fuss im Durchmesser. Er war ganz angefüllt von braunem, eisenschüssischem Grand a (nordischer Sand), in welchem viele Stumpfkantner und Roller von Granit, Gneiss etc. liegen. Der Kessel Fig. 2 ist 5 Fuss tief und hat 1 Fuss im Durchmesser. Auch ihn füllte das Diluvium a aus; über diesem lag der Sand c und diesem folgte nach oben die Ackererde d. Beide Kessel sind cylindrisch, ihre Wände rauh, weil sie so lange nach ihrer Entstehung vom Wasser angenagt sind. Als ich sie von dem diluvialen Schuttboden hatte reinigen lassen, erkannte man an den Wänden deutlich die Schichtung des Kalksteins.