Original paper

Über die neue Gattung Palaeonautilus

Remelé, A.

Kurzfassung

Herr A. Remelé legte zwei in untersilurischen Geschieben der Gegend von Eberswalde gefundene Exemplare eines eigenthümlichen gekrümmten Cephalopoden vor, für welche er die über die neue Gattung Palaeonautilus glaubte errichten zu müssen. Die Diagnose dieses Genus lässt sich folgendermaassen aufstellen: Gehäuse ganz ohne freien Arm aus mehreren mit ihrer Axe in einer Ebene aufgerollten Umgängen bestehend, welche namhaft breiter als hoch und mehr oder weniger involut sind, so dass sie einen deutlich ausgeprägten oder selbst sehr tiefen Doppelnabel bilden. Sipho unmittelbar an der Bauchseite (concaven Seite) oder derselben sehr genähert. Kammerwände im Wesentlichen einfach (höchstens mit schwachen Biegungen); Wohnkammer lang, mit einfach gekrümmtem oder auf dem Rücken ausgeschnittenem Aussenrande. Oberfläche quergestreift oder ausserdem noch mit gleichverlaufenden Rippen versehen. Schon von Eichwald sind einige hierher gehörige Formen aus dem oberen Orthocerenkalk der Insel Odensholm unweit der Nordwestspitze Ehstlands bekannt gemacht worden; in seiner Lethaea Rossica, I. pag. 1304 - 1306, t. LI. f. 27 und t. L. f. 5 und 7, beschreibt er drei bezügliche Arten als Clymenia Odini, depressa und incongrua. Durch die meist starke Involubilität und Nabelbildung, die verhältnissmässig sehr beträchtliche Breite der Windungen (während bei den typischen Clymenien umgekehrt ihre Höhe grösser ist) und ferner durch die Abwesenheit einer eigentlichen seitlichen Faltung sowie einer sattelartigen Vorwölbung der Kammerwände auf dem Rücken unterscheiden sich jedoch die fraglichen Fossilien sehr bestimmt von der für das Oberdevon charakteristischen Münster'schen Gattung Clymenia. Andererseits sind jene Eichwald'schen Arten öfter als Lituiten angesprochen worden. [...] Derselbe Redner legte sodann einige Stücke einer bisher noch nicht unterschiedenen Geschiebe-Art vor, welche als Wesenberger Gestein bezeichnet werden kann. Die fraglichen Gerölle bestehen aus einem sehr reinen, hell graugelblichen dichten Kalkstein mit rothen oder röthlichen Streifen und Flecken, welcher von äusserst compacter Beschaffenheit ist, splittrig bricht und in seinem Aussehen meist eine auffallende Aehnlichkeit mit dem lithographischen Kalk besitzt; nur fehlt die plattige Absonderung, auch sind öfter Einschlüsse von farblosem Kalkspath darin zu beobachten. Das Gestein wird in der Mark ziemlich häufig angetroffen, enthält aber sehr selten Versteinerungen. [...] Endlich sprach der Vortragende noch über eine andere, bisher unbekannt gebliebene Art von Geschieben, die in mehrfacher Hinsicht von ganz besonderem Interesse ist; er giebt ihr den Namen: roth und weiss gefärbter untersilurischer Fenestellenkalk oder Leptaenakalk.