Original paper

Über Geschiebe vom Alter des Sadewitzer Kalks

Remelé, A.

Kurzfassung

Bekanntlich wird der in Ferd. Roemer's Monographie eingehend geschilderte Sadewitzer Geschiebekalk von einem hellgrauen dichten Kalkstein gebildet, welcher gewöhnlich in plattenförmigen Stücken erscheint und noch eine deutliche Schichtung erkennen lässt. Bisher war derselbe in seiner typischen Abänderung nur innerhalb eines etwa 1 1/2 Quadratmeilen umfassenden Bezirks bei Sadewitz und einigen benachbarten Ortschaften südöstlich von Oels in Niederschlesien beobachtet worden. Von Eberswalde liegt nun ein einziges Geschiebe desselben Gesteins vor, das aber zweifellos dahin gehört und vor einigen Jahren von Herrn Bergrath Von Gellhorn in der grossen Kiesgrube am dortigen Bahnhof gefunden wurde. Es ist ein etwas über faustgrosses plattiges Stück von gelblichgrauer Farbe, welches ganz wie bei solchen von Sadewitz selbst nach aussen hin zu einer etwas erdigen Masse verwittert ist und ebenso auch an der Oberfläche zahlreiche schwärzliche Fleckchen von Braunsteinsubstanz zeigt, die theilweise zu undeutlichen dendritischen Gruppen angeordnet sind. Auch darin tritt noch eine Uebereinstimmung mit den bezüglichen Sadewitzer Geschieben hervor, dass die Versteinerungen an einer der Schichtflächen liegen und nicht im Innern des Steines eingewachsen sind. Abgesehen von einigen undeutlichen Resten erkennt man darunter ein kleines jugendliches Exemplar von Streptelasma Europaeum F. Roem., welches derjenigen Form dieser für die Fauna von Sadewitz höchst bezeichnenden Koralle, wie sie am gewöhnlichsten dort vorgekommen ist, völlig gleicht (1. c. pag. 16, t. IV. f. 1 e), ferner eine Brachiopodenklappe, die zwar etwas an Orthis Assmussi Vern. erinnert, bei der jedoch die gerundeten Hauptrippen bedeutend stärker entwickelt sind. [...] Von demselben Redner wurde darauf ein im eingerollten Zustande vortrefflich erhaltener kleiner Nileus vorgelegt, der aus einem zu Eberswalde gefundenen Geschiebe von hellgrauem Vaginatenkalk herausgelöst worden ist. Das Fossil ist identisch mit der Art von Pawlowsk bei St. Petersburg, welche v. Volborth als Nileus Armadillo Dalm. beschrieben hat; beide sind aber von dieser altbekannten schwedischen Form, welche in unseren Geschieben öfter vorkommt, sicher specifisch verschieden. Der fragliche Trilobit wird von dem Vortragenden demnächst unter dem Namen Nileus Volborthi beschrieben werden. Schliesslich zeigte der Vortragende folgende im Grand des unteren Diluviums bei Hohen-Saaten ausgegrabene Reste von Cervus megaceros Hart, vor: [...]