Original paper

Über Schwefel im Tertiär von Kokoschütz (Oberschlesien)

Websky

Kurzfassung

Herr Websky legte einige Exemplare von Schwefel aus einer grösseren Sendung vor, welche der Bergassessor Herr O. Lucke in Ratibor auf Anregung des Realschul-Directors Herrn Dr. Wossidlo in Tarnowitz dem mineralogischen Museum gemacht hat; die vorgelegten Exemplare stammen aus den vor einiger Zeit aufgeschlossenen Schwefel-Lagern im Tertiär von Kokoschütz bei Rybnik in Oberschlesien; der in der Nähe des Wilhelms-Bades daselbst niedergebrachte Versuchsschacht, erreicht die in Gyps-Mergel aufsetzende flötzartige, mit 3-4° nach Westen einfallende Ablagerung in 30 Meter Tiefe. Der Schwefel ist von erdiger Beschaffenheit, bildet, mehr oder minder mit Gypsletten verunreinigt, plattenartige, in der Flötzrichtung liegende Partieen, oder ziemlich reine, im Letten eingebettete nierenförmige Knollen; die in gewissen Lagen auftretenden Knollen eines dichten Kalksteins sind zuweilen von Schwefel-Schnüren durchzogen, der eine krystallinische Structur zeigt; ausgebildete Krystalle sind noch nicht beobachtet worden.