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Über die Entstehung des Diluviums

Fraas, Eberhard

Kurzfassung

Wer gleich mir in der Lage war, vor mehr als einem Menschenalter, im Jahre 1849, der ersten allgemeinen Versammlung der Deutschen geologischen Gesellschaft angewohnt zu haben, fühlt unwillkürlich sich zu einer Vergleichung zwischen Einst und Jetzt gedrängt. Während damals lediglich nur von den alten Schichten der Erdrinde die Rede war und auf die deckenden Glieder der Erdschichten, auf Diluvium und Alluvium, mit einer Art Geringschätzung geblickt wurde, so hat sich dies heutzutage ganz wesentlich geändert. Die Untersuchung gerade der jüngsten Glieder der Erdrinde ist durch die daran sich knüpfenden Fragen nach der Entstehung des Menschengeschlechts zu ihrer vollen Berechtigung gekommen, und keinem Geognosten wird es mehr in den Sinn kommen, gleichgültig sich das Schutt- und Schwemmland Deutschlands anzusehen. Im Gegenteil ist seit neuerer Zeit die Frage nach der Entstehung des Diluviums eine brennende geworden, was zahlreiche Aufsätze in jedem Heft unserer Zeitschrift beweisen. So folge ich auch heute gern dem von Ihnen ausgesprochenen Wunsche um Mittheilung von Beobachtungen über das Diluvium, soweit solche in und ausserhalb der Heimath von mir gemacht worden sind. Ausgehend von einer typischen, durch die Mammuthausgrabungen des vorigen Jahrhunderts historisch gewordenen Localität, von dem Felde bei Kannstatt, möchte ich dort 4 Horizonte gliedern: 1. zuoberst Schneckenlehm 3-4 M. mächtig; der Lehm verräth durch keinerlei grössere Gesteinsstücke deinen Ursprung, er ist vielmehr nur der Staub älterer Formationen, unter denen das Keuper- und Liasgebirge der Umgegend wohl die Hauptrolle spielen.