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Über die Metamorphose, welche die Destillationsgefässe der Zinkhütten erleiden.

Stelzner, Alfred

Kurzfassung

Innerhalb dieser Gefässe (Muffeln), welche aus feuerfestem Thon und Chammotte hergestellt werden, wird ein Gemenge von gerösteten Zinkerzen (Zinkoxyd) und Kohle oder Coaks der Einwirkung einer Temperatur von etwa 1300° C. ausgesetzt. Die hierbei sich entwickelnden Zinkdämpfe werden nun zwar zum grössten Theile in geeigneten Condensationsapparaten aufgefangen, zum anderen Theile dringen sie aber auch in alle Porositäten der Muffeln ein, zugleich mit Kohlensäure, Kohlenoxydgas und Wasserdampf, die sich ebenfalls aus der Beschickung bilden. In Folge der Einwirkung aller dieser Dämpfe und Gase auf die weissglühende Muffelmasse wird diese letztere blaugefärbt und fast gänzlich in ein hyalokrystallines Gemenge von Zinkspinell, Tridymit und glasiger Schlacke umgewandelt; zuweilen entsteht ausserdem noch hexagonales Zinksilicat, und in einem Falle wurden auch an Plagioklas erinnernde Neubildungen beobachtet. Während der Vortragende diesen Umwandlungsprocess untersuchte, hat Herr Dr. H. O. Schulze in Freiberg denselben zum Gegenstande chemischer Studien gemacht. Da sich der Zinkspinell durch Behandeln der Muffelmasse mit Flusssäure leicht isoliren lässt, vemochte er nachzuweisen, dass sich in Freiberger Muffeln 24,02-33,52 und in solchen von Bensberg 29,17-32,58 pCt. Zinkspinell entwickelt hatten. Derselbe hat das sp. G. 4,49-4,52 und besteht aus 42,60 ZnO, 1,12 FeO, 55,61 Al2O3 (Freiberg), bez. aus 43,74 ZnO, 0,73 FeO, 55,43 Al2O3 (Bensberg), was mit der aus der Formel ZnO. Al2O3 berechneten Zusammensetzung (44,07 ZnO, 55,93 Al2O3) sehr gut übereinstimmt. Der Zinkspinell ist theils farblos, theils violettblau gefärbt.