Original paper

Über die geschichteten Einlagerungen des Diluviums und deren organische Einschlüsse.

Jentzsch, Alfred

Kurzfassung

Eine petrographische Gliederung ist, wie schon Berendt und Lossen gezeigt haben, nicht allgemein möglich. Redner zeigt dies an einer graphischen Darstellung von 45, fast durchweg von ihm selbst untersuchten Bohrprofilen aus Ost- und Westpreussen. 4 dieser willkürlich im Diluvium angesetzten Bohrungen haben ältere Formationen erreicht: Ostrometzko und Hermannshöhe in Westpreussen Braunkohlenformation in 34 resp. 110 M. Tiefe; Purmallen bei Memel einen vielleicht unteroligocänen Grünsand bei 70 M. und Tilsit ganz neuerdings direct weissen Kreidemergel bei 30 M., während dieselben Formationen stellenweise bis zur Oberfläche emporsteigen. Die tiefsten Bohrungen, welche das Diluvium nicht durchsanken, sind Schönberg bei Carthaus mit 89, Bastion Krauseneck in Königsberg mit 77, Ponnau bei Wehlau mit 73 und Mühlhausen bei Elbing mit 72 M. Tiefe. Als mittlere Mächtigkeit des ost- und westpreussischen Diluviums ergiebt sich aus unserem umfangreichen Materiale 70 bis 75 M., was sehr nahe mit Schumann's aus anderem Material und mehr schätzungsweise hergeleiteter Zahl (200 bis 250 Fuss) übereinstimmt. Lossen fand die Mächtigkeit in der Mark von ähnlichem Werthe, im Maximum 126 M., während in Schleswig-Holstein die Mächtigkeit noch etwas grösser zu sein scheint, da genannte Maximalzahl in jenen Gegenden (einschliesslich Hamburgs) mehrfach constatirt ist. Geschiebefreie (richtiger geschiebearme) meist dünn und eben geschichtete Bildungen finden sich im nördlichen Ostpreussen und in der Umgebung der Weichselniederung im obersten Diluvium als ,Deckthon", doch auch häufig und mächtig in den verschiedensten Nieveaus des Unterdiluviums, oft von mächtigen Geschiebemergeln unterteuft.