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Über die neue Karte der Valle del Bove im Maassstabe von 1 : 15000

Lasaulx

Kurzfassung

Herr Von Lasaulx legte über die neue Karte der Valle del Bove im Maassstabe von 1 : 15000 vor, grösstentheils von Sartorius v. Waltershausen selbst gezeichnet, vom Vortragenden ergänzt und vollendet und in dem lithographischen Institute von J. G. Bach in Leipzig gedruckt, die dem 2. Bande des Aetnawerkes beigegeben werden soll. Auf derselben sind alle Details, speciell alle Gänge in der Valle del Bove auf das Genaueste verzeichnet; die Ströme von 1842 und 1869, sowie der grossartige Strom von 1852 nach topographischen Aufnahmen zum ersten Mal kartirt. Für die Geologie des merkwürdigen Aetnathales ist diese Karte ungemein wichtig. Die zum Trifogliettokegel gehörigen Gangsysteme treten auf das Bestimmteste hervor. Die Priorität in Bezug auf den Nachweis zweier oder mehrerer alter Eruptionscentren am Aetna, eine Annahme, die auch Lyell ausgesprochen und diesem gemeiniglich zugedacht wird, nimmt der Vortragende auf das Entschiedenste für Sartorius in Anspruch. Er stützt dieses auf die aus dessen Manuscripten sich ergebende Thatsache, dass Lyell vor seiner Reise nach Sicilien im Jahre 1857 in Göttingen bei Sartorius verweilte und von diesem alle Einzelheiten bereitwilligst mitgetheilt erhielt, welche die Existenz des alten Trifogliettocentrums erwiesen. In seiner bekannten, im Jahre 1858 erschienenen Arbeit trug dann Lyell diese Ansichten vor. (Vergl. Roth's Uebersetzung, Bd. XI. pag. 149 dieser Zeitschrift.) Bezüglich der Entstehung der Valle del Bove nahm Lyell bekanntlich an, dass die Erosion zum grössten Theile die heutige Gestaltung derselben bewirkt habe. Das fusste auf dem Irrthum, die mächtigen alluvialen Ablagerungen bei Mascali und Giarre seien alle aus der Valle del Bove gekommen. Jedoch ist mit Sicherheit nachzuweisen, dass das gerade nicht der Fall gewesen.