Original paper

,die Tertiärflora der Provinz Sachsen"

Friedrich, P.

Kurzfassung

Die abgebildeten Pflanzen stammen zum grössten Theil aus dem Unteroligocän der Umgegend von Halle a./S. und zwar aus dem das Liegende der Braunkohle bildenden ,Knollenstein", aus dem sandigen Thon von Stedten, dem Alaunthon von Bornstedt und dem Braunkohlenlager von Riestedt. Einige Palmen wurden in dem Knollenstein von Weissenfels und Nachterstedt unweit Aschersleben gefunden, an welch letzterem Orte derselbe als Geschiebe im Diluvium auftritt. Die interessanteste Fundstätte von Pflanzen ist der ,Segengottesschacht" bei Eisleben, in welchem bei ca. 4 M. unter Tage ein heller Thon durchteuft wurde, der wohlerhaltene Blätter, Blüthen und Früchte in einer seltenen Fülle enthält. Dieser neue Pflanzenfundort ist deshalb interessant, weil er bis auf ein Bruchstück von Osmunda lignitum Gieb. sp. keine Species mit den erwähnten Nachbarfloren gemeinsam hat und eine grosse Anzahl von neuen Species und Gattungen enthält. Die Mehrzahl gehört Pflanzen an, deren lebende Analoga auf das Festland von Australien und die polynesischen Inseln beschränkt sind, eine geringere Anzahl weist auf das tropische Amerika. Unter den Proteaceen ist die Dryandra Schrankii Stbg. sp. die häufigste. Der Individuenzahl nach schliesst sich die erste unzweifelhafte Urticacee an, eine Boehmeria, als deren lebendes Analogon Boehmeria excelsa Wedd. zu betrachten ist. Eine Aralie ist nur wenig von der neuseeländischen Aralia (Panax) crassifolia verschieden. Neu für das Tert är sind ferner eine Passiflore, 2 Gleichenien, 1 Cheilantes, 1 Nephrodium und 1 Laccopteris. Einige wohlerhaltene Blüthen gehören zu Styrax und Symplocos. - Die bald erscheinende Arbeit enthält auf ca. 30 Tafeln gegen 300 Abbildungen.