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Dechenella, eine devonische Gruppe der Gattung Phillipsia.

Kayser, Emanuel

Kurzfassung

Im vorigen Jahre erhielt ich aus der Gegend von Hagen in Westfalen eine Sendung von schwarzen, verkalkten Versteinerungen, die sich bei näherer Untersuchung als dem Stringocephalen-Niveau angehörig zu erkennen gaben. Unter diesen Versteinerungen befanden sich auch Bruchstücke vom Kopf und Schwanz eines mir bis dahin unbekannten Trilobiten (Taf. XXVII. Fig. 1 u. 2). Das lange, vielgliedrige Pygidium legte zwar sogleich die Vermuthung einer Verwandtschaft des Fossils mit Phillipsia nahe; allein die von derjenigen der typischen Phillipsien sehr abweichende Bildung des Kopfes mit seiner breiten, sich nach vorn rasch verschmälernden, stark zerlappten Glabella liess jene erste Vermuthung wieder unsicher erscheinen. Bei näherem Literaturvergleich ergab sich nun eine grosse Aehnlichkeit, wenn auch nicht völlige Uebereinstimmung der interessanten Form mit dem durch Burmeister schon vor langer Zeit unter der Bezeichnung Trilobites verticalis abgebildeten Kopf- und Rumpffragmente (Taf. XXVII. Fig. 7 - Copie nach Burmeister). Die Burmeister'sche Art stammt aus dem Kalk von Bensberg unweit Cöln, den man an die Basis des Stringocephalenkalks oder, vielleicht richtiger, an die Decke der Calceola-Schichten zu setzen hat, mithin aus einem etwas tieferen Niveau, als der Trilobit von Hagen. Dass dieselbe Art auch anderweitig vorkommt, zeigten mir zwei fragmentarische, der hiesigen Universitätssammlung angehörige Exemplare, die in einem weichen, gelblichen, glimmerreichen, wahrscheinlich v. Dechen's Lenneschiefer zuzurechnenden, aus der Gegend von Sundwig bei Iserlohn stammenden Grauwackenschiefer eingebettet sind. Ausserdem aber besitzt die Universitäts-Sammlung noch ein paar schon vor längeren Jahren durch Herrn Sarres angefertigte Kautschukabdrücke des nämlichen Trilobiten aus dem Mitteldevon der Gegend von Elberfeld, von welchen einer auf Taf. XXVII. Fig. 6 abgebildet worden ist. Die Bensberger Art ist demnach auf der linken Rheinseite ziemlich weit verbreitet.