Original paper

Ueber die Vanadinerze aus dem Staat Córdoba in Argentinien.

Rammelsberg, C.

Kurzfassung

Bisher hat man Vanadinerze an verhältnissmässig wenigen Punkten gefunden. Am häutigsten ist noch der Vanadinit oder das Vanadinbleierz, in welchem Del Rio das Vanadin entdeckte, wenngleich seine Natur erst viel später durch Wöhler erkannt wurde. Ausser Mexico (Zimapan) ist Kärnthen (die Obir) ein Fundort dieses Erzes, und ich habe an diesem Vorkommen schon vor 24 Jahren die Form und die Zusammensetzung bestimmt und gezeigt, dass es mit dem Pyromorphit, Mimetesit und Apatit isomorph ist. Sonst kennt man den Vanadinit noch von Beresow, Schottland, Undenäs in Schweden und aus Südafrika. Die übrigen Vanadinerze sind weit seltener. In neuester Zeit hat sich jedoch in Südamerika, und zwar in der Sierra de Córdoba in Argentinien, eine neue und, wie es scheint, ergiebige Fundstätte von Vanadinerzen aufgethan, um deren Auffinung sich Herr Dr. Brackebusch, Prof. der Mineralogie an der Universität von Córdoba, ein grosses Verdienst erworben hat. Derselbe sandte mir vor einiger Zeit eine grössere Zahl der dortigen Vorkommnisse, und ich erkannte daran die Gegenwart von Vanadinit und von Descloizit. Auf meinen Wunsch, etwas Näheres über das Vorkommen dieser Erze zu erfahren, theilte Herr Brackebusch mir u.a. eine von ihm varfasste Abhandlung: Las especies minerales de la República Argentina, Buenos Aires 1879, mit und fügte derselben einige handschriftliche Zusätze bei. Danach hat er die Vanadinerze Anfangs dieses Jahres an vier Stellen der Sierra de Cördoba getroffen, nämlich auf einem Gang bei Aguadita, nahe dem Pass von Montoya, südlich von Pichana, ferner in der Grube Venus des Depart. de Minas, etwa zwei Leguas südlich von Aguadita, ferner in den Gruben Bienvenida und Agua de Rubio. Endlich ist der Descloizit von ihm später auch in der Provinz San Luis, östlich von Santa Barbara, in Begleitung von Bleiglanz, Matlockit, Malachit und Linarit entdeckt worden.