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Dioptas aus den Cordilleren von Chili.

Bauer, Max

Kurzfassung

Da der Dioptas, durch seine Krystallforin eines der merkmürdigsten Mineralien, bisher nur an wenigen Orten gefunden worden ist, so ist es nicht ohne Interesse, ein neues sicheres Vorkommen der genannten Substanz kennen zu lernen, nämlich das oben angegebene, in den Cordilleren von Chili. Am längsten, seit Ende des vorigen Jahrhunderts, bekannt ist derjenige Fundort, den man gewöhnlich als Kirgisensteppe oder Bucharei zu bezeichnen pflegt. Genauer ist die Localität ein westlicher Ausläufer des Altai, der Berg Altyn Tube (nach Von Schrenk), ungefähr 100 Werst nordwestl. von der Ortschaft Karkaralinsk, ungefähr an der Stelle, wo die kleine Nura mit dem Altyn-Ssu zusammenfliesst. Jener Berg besteht aus dichtem Kalk, in welchem auf Spalten und Hohlräumen der Dioptas auf Kalkspath aufsitzend sich findet, zuweilen mit einer jüngeren Kalkspathgeneration, zuweilen mit einer dünnen Kruste nierigen Brauneisensteins bedeckt und höchst selten von Malachit und nach Kenngott noch seltener von einem anderen grünen Mineral begleitet, das dieser Forscher mit Euchroit vergleicht. Eigentliche Kupfererze und Quarz scheinen in der Nähe nicht vorzukommen, doch soll der erste Entdecker des Minerals, Aschir Mahmed, angegeben haben, dass die Krystalle in einer alten Kupfergrube gefunden worden seien. In den fünfziger Jahren dieses Jahrhunderts sind aber Dioptase, die Kokscharow später untersuchte, auch im Jeniseischen Gouvernement gefunden worden und zwar in den Goldseifen im Pittschen und Udereischen System. Im Pittschen System fand sich 1852 eine Dioptasstufe in der goldführenden Schicht der Gawrilof'schen Goldwäche, die am Oni, einem Nebenfluss des Jenaschimo, liegt. In der Krestowosdwischen'schen Goldseife, die zum Udereischen System gehört und an der grossen Muroschnaja, Nebenfluss der oberen Tunguska liegt, ist der Dioptas ein nicht seltener Begleiter des Goldes; auch hat er sich in den in der Nähe dieser Goldseife anstehend gefunden.