Original paper

Ueber Gletschererscheinungen bei Velpke und Danndorf.

Wahnschaffe, Felix

Kurzfassung

Sogleich nach der diesjährigen allgemeinen Versammlung der deutschen geologischen Gesellschaft in Berlin begab sich Herr De Geer im Auftrage Torell's nach Rüdersdorf, um die dortigen Gletschererscheinungen, gegen welche bei dem dorthin unternommenen Ausfluge der geologischen Gesellschaft von Seiten mancher Geologen vielfache Einwände geltend gemacht waren, in ihren Einzelheiten und in ihren Beziehungen zu einander nochmals genau zu untersuchen. Da ich mich gerade damals behufs der geognostisch-agronomischen Kartirung der Section Rüdersdorf im Anschluss an die Eck'sche und Orth'sche Karte dort aufhielt, so habe ich drei Wochen lang mit diesem jungen Forscher zusammen gearbeitet, jedoch vorzugsweise als Lernender, da ihm das. Verdienst, bei diesen Arbeiten sehr wichtige neue Resultate erhalten zu haben, ganz allein gebührt. Schliesslich war es mir noch vergönnt, sechs Tage mit Herrn Torell in Rüdersdorf zusammen sein zu können, und fühle ich mich verpflichtet, auch an dieser Stelle den beiden Herren meinen aufrichtigsten Dank auszusprechen für ihre eingehende Belehrung, welche sie mir während unseres Zusammenseins in so reichem Maasse haben zu Theil werden lassen. Durch die in Rüdersdorf ausgeführten Untersuchungen angeregt, begab ich mich, bevor ich im September dieses Jahres eine grössere Privatarbeit, die geognostisch-agronomische Bearbeitung des Ritterguts Cunrau in der Altmark, begann, von Oebisfelde aus nach dem etwa 4 Kilom. südwestlich davon gelegenen braunschweigischen Dorfe Velpke, um im Gebiete des dort auftretenden Bonebedsandsteins nach Gletschererscheinungen zu suchen. Meine Bemühungen wurden mit dem besten Erfolge belohnt, denn ich konnte auf eine weite Erstreckung hin die Spuren einer zur Diluvialzeit stattgefundenen Vergletscherung mit unbedingter Sicherheit nachweisen.