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Riesentöpfe bei Paris.

Rothpletz, August

Kurzfassung

Zugleich mit diesem Briefe lasse ich ein kleines Packetchen an Sie abgehen, in welchem sich eine Probe von braunem Thon befindet, welcher die Wandungen der Riesentöpfe etc. auszukleiden pflegt, welche sich in grösster Häufigkeit im Grobkalk der Umgebung von Paris beobachten lassen. Ich nehme an, dass diese Probe darum für Sie einiges Interesse haben wird, als Sie jüngst die Vermuthung ausgesprochen haben, dass die argile à silex der Franzosen mit der Thonauskleidung der Rüdersdorfer Riesentöpfe vergleichbar sei. Da ich die Rüdersdorfer Töpfe nie besucht habe, so kann ich die petrographische Aehnlichkeit der beifolgenden Probe mit der von Ihnen besprochenen Thonbekleidung nicht behaupten, wohl aber scheint mir ziemlich sicher eine genetische Aehnlichkeit vorhanden zu sein. Beistehende Skizze soll Ihnen das Vorkommen dieses braunen sehr reinen Thons erläutern. Ganz am Rand ist er am reinsten, d.h. kalk- und sandfreiesten. Nach innen weist er mehr und mehr Sand, Gerölle etc. auf und verliert sich endlich ganz. Was jedoch die argile à silex betrifft, so kommt diese wohl als Ausfüllung dieser und ähnlicher Hohlräume, sowie überhaupt als oberflächliche, oft viele Meter starke Schicht vor, aber, wie ich demnächst in einer kleinen Arbeit über das Diluvium von Paris darlegen will, sie ist nichtmit dieser Thonbekleidung, sondern eher mit dem Geschiebelehm Norddeutschlands zu vergleichen. Eine analoge Bildung wie die argile à silex ist die argile à silex et à meulières; wie jene an die Nähe der feuersteinführenden Kreide, so ist diese an die Nähe der feuersteinführenden und quarzitführenden Tertiärstraten gebunden. Ich will noch in Bezug hierauf und auf das Vorkommen von Riesentöpfen bemerken, dass es mir gelungen ist, mich vollständig von dem Vorhandensein eines altglacialen Diluvialhorizontes in Nord-Frankreich zu überzeugen.