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Die Erzlagerstätte vom Rammelsberge bei Goslar.

Stelzner, A.

Kurzfassung

Ehe ich mich im August v. J. in Ocker von Ihnen trennte, um im Anschluss an die so schönen und lohnenden Harzexcursionen die Grubengebiete von Goslar und Clausthal zu besuchen, hatten Sie die Güte, mir nochmals Ihre in dieser Zeitschrift XXVIII. 1876. pag. 777 kurz skizzirten Ansichten über die Entstehung der Rammelsberger Kieslagerstätte auseinanderzusetzen. Sie knüpften daran die Aufforderung, dass ich Ihnen gelegentlich diejenige Auffassung mittheilen solle, welche ich meinerseits über die Genesis der altberühmten und vielgedeuteten Erzmasse gewinnen würde. Diesem Ihren Wunsche will ich endlich heute zu entsprechen suchen, nachdem ich die Grube am 24. August unter der Führung ihres ebenso liebenswürdigen als sachkundigen Directors, Herrn Wimmer, befahren, nachdem ich mit demselben noch über einige Punkte correspondirt, die ältere Literatur, soweit sie mir zugänglich ist, nachgesehen und an den Rammelsberger Erzen einige, bis jetzt allerdings resultatlos gebliebenen Untersuchungen angestellt habe. Bei dem Aufstiege vom Directionsgebäude hinauf zum Tagesschachter Fahrschacht, der in der Nähe des Maltermeister Thurmes liegt und auf dem wir einfahren wollten, machte mich Herr Wimmer auf zahlreiche kleine Faltungen aufmerksam, welche die unmittelbar neben dem Fusssteige anstehenden Wissenbacher Schiefer erlitten haben, und fernerhin auf die sehr vollkommene transversale Schieferung, welche in den letzteren zur Entwickelung gelangt ist. Besonders schön kann man beide Erscheinungen in der Nähe des oben genannten Schachtes und zwar hart neben der Grubeneisenbahn an einem kleinen Felsvorsprung, beobachten, da hier eine Kalkbank und einige Kalklinsen im Schiefer eingelagert sind, und man nun mit deren Hülfe Schichtung und Schieferung genau zu unterscheiden vermag. Die letztere durchsetzt jene unbekümmert um deren Biegungen und wird nur durch die festeren Kalklagen vorübergehend unterbrochen.