Original paper

Über einen bisher unbekannten, gewaltigen Placodermen (oder Chondrosteiden?) aus dem Kalk der Eifel

Kayser, Emanuel

Kurzfassung

Herr Kayser legte Reste eines über einen bisher unbekannten, gewaltigen Placodermen (oder Chondrosteiden?) aus dem Kalk der Eifel vor; und zwar ein 27 Cm. langes, 13 Cm. breites, bis 0,5 Cm. dickes, ungetheiltes Knochenstück, wahrscheinlich ein Fragment einer Panzerplatte des Thieres, und ein anderes, 14,5 Cm. langes, 5 Cm. hohes, 1,5 Cm. dickes, schwach gebogenes, wohl einem Kiefer angehöriges Knochenstück, welches in der Mitte einen 3 Cm. langen und 2 Cm. breiten, conischen, zahnähnlichen Höcker trägt. Diese Reste wurden zusammen mit einem schönen Exemplar von Pterichthys rhenanus Beyr in der Crinoidenschicht dicht bei Gerolstein gefunden. Die einzige Fischgattung, auf welche der Vortragende die fraglichen Knochenfragmente beziehen zu können glaubt, ist der durch Newberry unter dem Namen Dinichthys aus dem Devon von Ohio beschriebene Riesenfisch, dessen Kieferäste eine Länge von 1 1/2 bis 2', die Panzerplatten zum Theil eine solche von über 2' erreichen. Auszeichnend ist für diese, im Panzerbau mit Coccosteus, in der Bezahnung aber mit dem lobenden Lepidosiren verwandten Gattung, einmal die erstaunliche, sämmtliche sonstige Placodermen weit übertreffende Grösse, und dann besonders die Art der Bezahnung. Statt wirklicher Zähne (oder Zahnplatten, wie bei Lepidosiren) hat nämlich Dinichthys einige wenige, aber starke Höcker, die nichts weiter als Fortsätze der Knochensubstanz der Kiefer selbst sind. Dasselbe gilt nun aber auch von der zahnartigen Hervorragung auf dem als Kieferfragment gedeuteten Knochenreste; und dieser Umstand in Verbindung mit der gewaltigen Grösse des zweiten, als Bruchstück einer Panzerplatte angesehenen Knochens, welcher - wie dies ebenfalls für Dinichthys charakteristisch ist - keine Spur der eigenthümlichen, den Panzerplatten von Pterichthys, Coccosteus etc. zukommenden Sculptur zeigt, bestimmten den Vortragenden, eine nahe Beziehung der fraglichen Eifeler Reste mit der amerikanischen Gattung anzunehmen. Es wurde für den interessanten Fund der Name Dinichthys? eifeliensis vorgeschlagen.