Original paper

Über Thonschieferplatten von Angers mit jenen Gebilden welche Saporta als erste Landpflanze von Frankreich bezeichnet und Eopteris Morieri genannt hat.

Weiss

Kurzfassung

In seinem ,Monde des plantes avant l'apparition de l'homme" hat Saporta als Titelkupfer eine recht getreue Darstellung gegeben, der sich die vorliegenden Exemplare sehr annähern, obschon sie meist weniger gut gebildet erscheinen. Die Unregelmässigkeit der blattartigen Ausbreitungen beiderseits einer mittleren geradlinigen Axe geht zum Theil viel weiter als in Saporta's Figur, die nervenartige Liniirung ist etwa die gleiche wie in letzterer. Die besten Exemplare haben viel Aehnlichkeit mit einem Farn aus der Gruppe Odontopteris oder Neuropteris. Dass die ganze Form lediglich nur durch Schwefelkies erzeugt wird, ertheilt dem Ganzen ein sehr gefälliges Ansehen. - Wenn man nun fragt, ob das Gebilde nothwendig einen Pflanzenrest darstellen müsse, so wird freilich dem Zweifel Thür und Thor geöffnet, da ähnliche blattartige Ausbreitungen von Schwefelkies nicht ohne Beispiel sind. Die geologische Landessammlung besitzt dergleichen aus Westfalen und Schlesien, welche allerdings in der Form den Saporta'schen Eopteris durchaus fern stehen, aber pflanzenähnliche Gebilde ebenfalls darstellen. Die grosse Unbeständigkeit der Angers'schen Formen in den Lappen, welche die Fiederchen vorstellen würden, deren Verfliessen, das Fehlen jedes bestimmter ausgeprägten Details der Nervation auf dem vom Schwefelkies befreiten Abdruck, auch der organischen Substanz selbst, sind Umstände, welche der Ansicht, dass hier ein Farnrest vorliege, nicht gerade günstig sind. Es wäre sehr zu wünschen, dass diese Zweifel entweder gelöst oder bestätigt würden. Sind dieselben Gebilde in graphitische Substanz umgewandelt zu finden, so würde die Saporta'sche Ansicht zuzugeben sein. - Die Stücke erhielt die geologische Landesanstalt durch Herrn Stürtz in Bonn.