Original paper

Ueber die Olivinknollen im Basalt.

Becker, Arthur

Kurzfassung

Die sogenannten "Olivinknollen" in den Basalten, den basaltischen Laven und Tuffen haben schon seit Langem das Interesse verschiedener Forscher erregt. Ihrer Entstehung nach sind sie meist angesehen worden als von dem feuerflüssigen basaltischen Eruptiv-Magma emporgerissene Bruchstücke eines anderen Gesteins, so besonders zuerst von Leop. v. Buch und Gustav Bischof, dann auch von Gutberlet, später von Sandberger, Daubrée und Dressel; auch Tschermak schreibt einmal: "Bezüglich der letzteren (der Olivinknollen) haben Sandberger und Des Cloizeaux die Identität mit Lherzolith klar nachgewiesen", und widerspricht dem nicht, erkennt damit also auch die Einschluss-Natur derselben an. Andere Forscher jedoch, von welchen besonders in neuerer Zeit Roth, Rosenbusch und Laspeyres zu erwähnen sind, sprechen sich entschieden dagegen aus und halten die Knollen für Ausscheidungen aus dem basaltischen Magma selbst. Naumann registrirt hauptsächlich nur die verschiedenen Theorien; er meint aber auch, dieselben vereinigen zu können, indem er sagt, die oben erwähnte, von L. v. Buch und G. Bischof vertretene Ansicht "schliesse jedoch die andere nicht aus, dass sich diese Aggregate ebenso, wie die isolirten Krystalle und Körner von Olivin ursprünglich aus dem noch flüssigen Magma entwickelt haben." Angeregt von Herrn Prof. Zirkel, beschloss ich mit dem genaueren Studium der Olivinknollen mich zu beschäftigen und zu versuchen, sowohl durch die mikroskopische Analyse der natürlichen Vorkommnisse, als auch durch künstliche Nachbildung auf dem Wege der Schmelzung und nachherige Untersuchung der dabei erhaltenen Producte etwas zur Kenntniss der Beschaffenheit und der Entstehung dieser Gebilde beizutragen.