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Ueber die kristallinischen Schiefer von Attika.

Bücking, Hugo

Kurzfassung

Die krystallinischen Schiefer, welche in der Umgebung von Athen unter Tertiär- und Alluvialbildungen hervortreten und sich nach Norden und Osten durch ganz Attika verbreiten, verdienen insofern ein besonderes Interesse, als die Ansichten über ihr Alter sehr auseinandergehen. Zuerst hatte man dieselben ohne Bedenken den krystallinischen Schiefern, welche das Liegende der Versteinerungs-führenden Sedimente bilden, an die Seite gestellt. So gleichen sie nach Boblaye und Virlet den krystallinischen Schiefern des Taygetos und finden am Schlüsse der Beschreibung der letzteren noch kurz Erwähnung. Fiedler unterscheidet in dem unter der Kreideformation liegenden "älteren Schiefergebirge" ausser den krystallinischen Schichtgesteinen, die auch er als Gneiss und Glimmerschiefer bezeichnet, noch Thonschiefer (Uebergangsthonschiefer) und erwähnt von ihm, dass er bei Athen mehrfach in Glimmerschiefer übergehe. Fast die gleiche Ansicht hatte auch Russegger, welcher in den Jahren 1835 und 1839 Griechenland bereiste; er unterscheidet die krystallinischen Schiefer als "älteste Grauwackengruppe, vielleicht Murchison's Cambrien" von den Kreideschichten sehr wohl. Erst Sauvage, der im Jahre 1845 Attika besucht hatte, gelangte zu einer anderen Annahme. Bei Besprechung der Frage nach dem Alter des Pentelischen Marmors und der an ihn sich anschliessenden Schichten sagt er Folgendes: "L'ensemble de nos observations nons conduit a les regarder comme plus recents et a les rattacher aux calcaires secondaires des chaines principales de l'Attique et de la Béotie"; und so hält er denn die krystallinischen Schiefer für umgewandelte jurassische oder untercretaceische Bildungen. Unwiderlegliche Beweise für seine Ansicht bringt er aber nicht.