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Ueber Renthierfunde in Sachsen.

Geinitz, H. B.

Kurzfassung

In der verdienstlichen Abhandlung des Herrn C. Struckmann: Ueber die Verbreitung des Renthiers (diese Zeitschrift XXXII. pag. 728) wird pag. 762 ausgesprochen, dass in der geologischen Literatur aus dem Königreiche Sachsen kein einziger Renthier-Fund, weder aus älteren noch aus jüngeren Schichten, angeführt sei und auch von Herrn Hermann Credner in Leipzig bestätigt werde, dass von keinem Punkt Sachsens fossile Renthierreste bekannt seien. Dem gegenüber kann ich mittheilen, dass 1. zahlreiche Geweihstücke und andere Reste des fossilen Renthiers, welche A. v. Gutbier mit Rhinoceros tichorhinus etc. zusammen in den Jahren 1841-1842 bei Oelsnitz im Vogtlande ausgegraben hat, schon in der "Gaea von Sachsen", 1843. pag. 138, unter Cervus Guettardi Kaup (oder Tarandus priscus CUV.) erwähnt worden sind. Dieselben befinden sich seit 1850 in unserem königl. mineralogisch - geologischen und prähistorischen Museum, wo sie nicht leicht übersehen werden können. Hierzu sind später noch mehrere andere Funde vom Renthier aus Sachsen gekommen: 2. Die Geweihstange eines jüngeren Thieres aus diluvialem Lehm an der früheren Grassi's Villa im Plauen'schen Grunde bei Dresden auf dem jetzigen Areale der Brauerei zum Felsenkeller, 1856, und zwar mit Rhinoceros tichorhi nus und Equus caballus fossilis zusammen; 3. eine grosse Geweistange aus dem Lehm an der Ziegelei von Zschärtnitz bei Dresden, 1879, von wo auch Zähne des Mammuth, Elephas primigenius, bekannt sind; [...]