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Über eine 167 m tiefe Bohrung bei Rügenwaldermünde

Berendt, G.

Kurzfassung

Herr G. Berendt berichtete über eine seitens der Hafen-Bau - Verwaltung in Rügenwaldermünde zur Versorgung des dortigen Hafens mit Trinkwasser während der letzten Jahre trotz mannigfacher Hindernisse ausgeführte und vor Kurzem zu günstigem Erfolge gelangte Bohrung von im Ganzen 167 m Tiefe. Dieselbe durchsank nach den der Sammlung der kgl. geologischen Landesanstalt eingereichten und vom Redner vorgelegten Bohrproben: 1 m aufgefüllten Boden, 1,5 m Jung-Alluvium (Humose Sande), 3,5 m unbestimmte Sande, 128,0 m Unteres Diluvium (Geschiebemergel mit wenigen eingelagerten Sandbänkchen), 0,7 m zerstörtes Tertiärgebirge (Phosphoritknollen und Schwefelkiese, welche auf ein in nächster Nachbarschaft anstehendes, in dieser Zeitschr. bereits beschriebenes Marines Oligocän deuten), 32,3 m Mucronaten - Kreide (sandige Kreidemergel). Von organischen Resten, welche Herr Speyer zu bestimmen die Güte hatte, fanden sich in letztgenannter, bei 136,7 m beginnender Formation: Gryphaea vesicularis LK. in verschiedenen Bruchstücken, Ostrea sulcata BLB., Terebratula carnea Sow., Bourgueticrinus ellipticus D'Orb.; ausserdem zahlreiche Bruchstücke von Belemniten, darunter Actinocamax verus Müll., desgl. von Echiniden-Stacheln, von Korallen und auf Baculiten zu deutende Reste; endlich ein Zähnchen von? Sgualus sp.