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Über die verticale Verbreitung von Steinkohlenpflanzen.

Weiss

Kurzfassung

Die grossen Abtheilungen: Culm, eigentliche (productive) Steinkohlenformation, Rothliegendes bilden für viele Geologen ein fortlaufendes Ganzes, dessen Glieder sich auch durch die darin enthaltenen Pflanzenreste verbunden zeigen, doch aber auch im Grossen und Ganzen in 3 solche Hauptgruppen scheiden lassen. Zwischen den beiden ersten Abtheilungen erscheint die Verschiedenheit der Floren nach jetzigem Standpunkte grösser als zwischen den zwei letzten; indessen giebt es Zwischenschichten nach beiden Richtungen hin, wo wegen Annäherung oder Mischen der benachbarten Floren es discutabel bleibt, wohin man solche Grenzschichten zu bringen habe. Man findet in allen 3 Schichtengruppen Formen, die als vorzüglich bezeichnend für jede gelten und an welchen sich daher die Vorstellung von dem besonderen geologischen Charakter der Floren und Schichten vorzugsweise aufbaut. Aber wie vorsichtig man mit solchen "Leitformen" sein muss, lehren folgende Beispiele: Unter den Culm-Formen ist Sphenopteris distans Sternb. eine recht ausgezeichnete Leitpflanze. Diese wird von Stur in seinen neueren grossen Werken z. B. im mährischen Culm-Dachschiefer nachgewiesen, geht aber auch als häufige Pflanze in seine Ostrauer oder Waldenburger Schichten über, welche Stur selbst noch als oberen Culm bezeichnet, welche aber von Anderen, auch dem Vortragenden, zur productiven Abtheilung gezogen wurden. Nachdem die geologische Landesanstalt in den Besitz eines grossen Theiles der v. Röhl'schen Sammlung von Steinkohlenpflanzen aus Westfalen gelangt ist, erschien es von Interesse, dessen Angabe des Vorkommens von Sphenopteris distans von Zeche Küpers Wiese bei Werden a. d. Ruhr (Palaeontogr. Bd. 18. pag. 54. t. 15. f. 9) zu prüfen.