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Das diluviale Diatomeculager ans der Wilinsdorfer Forst bei Zinten in Ostprensseu.

Bauer, Max

Kurzfassung

Im Jahre 1856 hat der um die Kenntniss der naturhistorischen Verhältnisse seiner ostpreussischen Heimath hochverdiente J. Schumann eine in mancher Beziehung wichtige, aber, wie es scheint, in weiteren Kreisen ziemlich unbekannt gebliebene Entdeckung gemacht, indem er am Ufer des Stradickflusses bei Domblitten unweit Zinten im Kreise Heiligenbeil ein diluviales, an Diatomeen sehr reiches Mergellager auffand und beschrieb. Dasselbe ruht nach der Angabe des Entdeckers auf nordischem Sand und ist überlagert von lehmigem Sand mit sehr vielen grossen Granitblöcken (oberem Geschiebemergel), so dass ein Zweifel an dem diluvialen Alter dieser Diatomeenablagerung nicht möglich ist. Vor einigen Jahren wurde die Section Heiligenbeil der geologischen Karte der Provinzen Preussen bearbeitet und es war mit dieser Aufgabe Herr Richard Klebs betraut, der sich derselben in ausgezeichneter Weise entledigte. Derselbe studirte nicht nur eingehend die tertiären Ablagerungen jener Gegend, die er ausführlich beschrieb, sondern er förderte auch die Kenntniss des Diluviums wesentlich dadurch, dass er eine interessante und charakteristische Gliederung des Oberdiluviums zuerst beobachtete und durch Eintragen des sogenannten rothen Deckthons auch zuerst kartographisch darstellte, wodurch der damit identische "rothe Diluvialmergel zweifelhafter Stellung" im Unterdiluvium der älteren Sectionen jener Karte endlich seine richtige Stellung im oberen Diluvium angewiesen erhielt. Bei dieser eingehenden Untersuchung des Oberdiluviums jener Gegenden gelang es nun Herrn R. Klebs im Jahre 1877 in der Nähe jenes ersten von Schumann gefundenen Diatomeenlagers noch ein zweites von unzweifelhaft diluvialem Alter aufzufinden, das den Gegenstand vorliegender Mittheilung bildet.