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Die Stegocephalen (Labyrinthodonten) aus dem Rothliegenden des Plauen'schen Grundes bei Dresden.

Credner, Hermann

Kurzfassung

Erster Theil. Unter dem Namen Stegocephalen, mit welchem Cope die bis dahin als Labyrinthodonten bezeichnete Thiergruppe belegte, begreift man eine ausgestorbene, wesentlich auf Carbon, Perm und Trias beschränkte Abtheilung der geschwänzten Amphibien, welche sich von den lebenden Vertretern der letzteren durch folgende wesentliche Merkmale unterscheiden: 1. durch die Betheiligung gut ossificirter Supraoccipitalia, Postorbitalia, Supratemporalia und Epiotica an dem Aufbau der Schädeldecke; 2. durch den Besitz von Augenringen; 3. durch das Auftreten eines Foramen parietale; 4. durch das Vorhandensein eines oder mehrerer Kehlbrustplatten, sowie eines Bauchpanzers; 5. bei manchen Angehörigen dieser Gruppe durch radiäre oder labyrinthisch gefaltete Structur der Zahnsubstanz. Da diese früher als charakteristisch angesehene Eigenthümlichkeit vielen in diese Ordnung gehörigen Lurchen abgeht, so hat Cope die auf sie gegründete Bezeichnung Labyrinthodontia aufgegeben und dafür, wie gesagt, den Ordnungsnamen Stegocephala vorgeschlagen, der auch bereits von mehreren Seiten acceptirt worden ist. Während das Carbon und Perm Nordamerikas, Britanniens und namentlich des benachbarten Böhmens einen grossen Formenreichthum von Stegocephalen einschliessen, ist bisher aus den entsprechenden beiden palaeozoischen Formationen Deutschlands eine verhältnissmässig nur geringe Anzahl von Vertretern jener Ordnung bekannt geworden. Es sind die folgenden: 1. Apateon pedestris H. V. Meyer (vergl. Palaeontographica I. 1851. pag. 153, t. XX. f. 1. und VI. pag. 216, t. XIX. f. 1). Ein einziges und namentlich, was den Schädel anbetrifft, schlecht erhaltenes Exemplar eines eidechsenartig gestalteten Thierchens von 25 mm Länge, in welchem A. Fritsch neuerdings einen seinem Melanerpeton ähnlichen Stegocephalen zu erkennen glaubt (Fauna d. Gaskohle etc. 1880. II. pag. 95). Stammt aus dem permischen Brandschiefer von Münsterappel in der Bayerischen Pfalz. 2. Archegosaurus Decheni Goldf., und [...]