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Über einen interessanten Pflanzenrest der westfälischen Steinkohlenformation

Weiss

Kurzfassung

Es ist ein durch Spatheisenstein versteinertes, etwas breitgedrücktes, zapfenähnliches Stück mit den äusseren Merkmalen von Lomatophloios macrolepidotus Goldrg. (ca. 18 cm hoch, 13,5 cm breit, 2,5 cm dick) von Grube Vollmond bei Langendreer, wovon wegen ausgezeichneter Erhaltung Längsschnitte und ein Dünnschliff in gleicher Richtung angefertigt wurden. Es ergab sich, dass das Stück ein Zapfen von eigentümlicher Organisation ist. Von einer Axe von bedeutender Breite (etwa 12 cm) gehen die unteren Theile der Blattorgane (Schuppen), welche die bekannten rhombischen Blattpolster mit am oberen Ende befindlichen querrhombischen Blattnarben (des oberen Blatttheiles oder des eigentlichen, aber abgefallenen Blattes) liefern, zuerst sackförmig nach unten gewölbt, dann bogig aufwärts ab. Diese Schuppen sind im unteren Theile sehr aufgeblasen und verbreitern sich bis nahe an die nächsten darüber stehenden Blattschuppen, verschmälern sich dann bis zur Breite der Blattnarbe, umschliessen daher einen sack- oder flaschenförmigen Raum. Da das Gewebe zum Theil noch gut erhalten ist, kann diese Organisation genau verfolgt werden. Der flaschenförmige Raum ist aber zum Theil hohl und in ihm finden sich recht grosse (etwa 2,5 mm messende), runde bis elliptische Körper, deren Querschnitt eine durch polygonale Zellen gebildete Wandung nebst zahlreichen Körnern als Inhalt zeigen, Körper, in welchen man mit Sporen erfüllte Sporangien erkennt. Hiernach kann man diesen Lomatophloios nur als Fruchtzapfen ansehen, und zwar von einer Structur, die mit Isoëtes verglichen werden muss. Weitere Untersuchung wird vorbehalten. Das Ansammeln aber von solchen in Spatheisenstein erhaltenen Stücken der Gegend von Witten etc. ergiebt sich danach als sehr wichtig und hoffnungsreich, um mehr solches für feinere Untersuchungen geeignetes Material zu erlangen.