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Geologische Reisenotizen aus Schweden.

Dames, W.

Kurzfassung

Der Wunsch, diejenigen Sedimentformationen in situ kennen zu lernen, welche das Material für unsere norddeutschen Geschiebe geliefert haben, hat mich - wie vor fünf Jahren nach Ehstland - in diesem Sommer nach Schweden und der Insel Oeland geführt. Zusammen mit Herrn J. Roth, Herrn F. Von Wallenberg und Herrn F. Albert wurden unter der liebenswürdigen und lehrreichen Führung der Herren Lundgren, Torell und Nathorst die Kreideformation der Umgegend von Malmö, das Diluvium der Insel Hven und die Rhätablagerungen bei Helsingborg besucht. Dann führte mich Herr Nathorst nach den berühmten Alaunwerken von Andrarum, den rhätischen Sandsteinen von Hör und den nahegelegenen obersilurischen Schichten von Klinta am Ringsjö, sowie zur Basaltkuppe von Aneklef. Von hier reisten wir durch Småland nach Kalmar und besuchten von dort aus die Insel Oeland, zu deren Besichtigung eine Woche verwendet wurde, Darauf trafen wir wieder mit Herrn J. Roth, der inzwischen unter der Führung des Herrn Svedmark Dalsland besucht hatte, zusammen, um Uddevalla und die Kinnekulle zu besichtigen, und beendigten unsere gemeinschaftliche Reise in Stockholm, von wo ich über Åbo und Helsingfors nach Reval reiste, um auch in Ehstland noch einige Excursionen mit Herrn Fr. Schmidt, gewissermaassen als Ergänzung meiner ersten Reise, auszuführen. Die Localitäten der palaeozoischen, rhätischen und cretaceischen Formationen Schonens sind schon öfters in Reiseberichten, so von F. Roemer, Kunth, Schlüter, beschrieben worden und besitzen ausserdem eine so reiche, schwedische Litteratur, dass deren nochmalige Darstellung nur unnütze Wiederholungen bringen könnte. In Folge dessen habe ich aus den zahlreichen geologischen Beobachtungen, welche zu machen mir verstattet war, nur Einzelnes herausgehoben, was namentlich für unsere norddeutsche Geologie Interesse bieten kann.