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Ueber Bimsstein im Westerwalde.

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Kurzfassung

Die ersten Nachrichten über das Vorkommen von Bimsstein im Westerwalde hat wohl J. P. Becher in seiner mineralogischen Beschreibung der Oranisch - Nassauischen Lande 1789 pag. 171 und 172 gegeben. Im Hirschberger Walde, südwestlich von Herborn; bei Langendernbach zwischen Hadamar und Westerburg: unter dein hohen Hohnscheid (Hahuscheid), wo der Bimsstein 2-2,6 m unter 16 cm Dämmerde liegt; über dem Wingertsberg (Wickertsberg); auf der Stockhauser Braunkohlengrube (Oranien), wo die Braunkohlen nicht so tief liegen, findet sich ein trass- oder tuffartiges Gestein mit Bimssteinkörnern; das sind die angeführten Stellen. C. E. Stifft in seiner geognostischen Beschreibung des Herzogthums Nassau, Wiesbaden 1831, führt eine sehr viel grössere Anzahl von Stellen an, wo Bimsstein vorkommt: S. 137. An der rechten Seite des Labrer Bachs (Holzbach) oberhalb Gemünden deckt den Basalt Bimsstein in kleinen Körnern, der unmittelbar unter der Dammerde liegt und in der Umgegend als Sand benutzt wird. Aehnliche Bimssteinablagerungen, oft 1-1,3 m hoch, finden sich von hier am Fusse des nach Westerburg ziehenden Rückens. Mehr in die Mitte des Thales (Schafbach) hinein findet man keinen Bimsstein mehr. Auch auf die Höhe der Kuppen, welche diesen Rücken bilden, zieht er sich nicht herauf, sondern findet sich blos am Fusse und an dem unteren Theile der Abhänge. Sollte die Bildung des Elbthales und die Hebung der Rücken und Kuppen, später erfolgt als die Bimssteinablagerung, hiervon nicht der Grund sein? Besonders schön und rein, durch eine aschgraue Tuffmasse zusammengebacken, liegt Bimsstein am Südwest-Abhänge der Forst (Forstwald). Die ersten Spuren desselben finden sich nördlich von Gemünden am Ziegenberg (Ziehenberg). S. 154. Der Südwest-Abhang des Dreisbacher Waldes zeigt eine Lage von Bimsstein, der in Sandform auf dem Basalte liegt, also seine ursprüngliche Lage nicht mehr einnimmt.