Original paper

Ueber die Localfacies des Geschiebelehms in der Gegend von Detmold und Herford.

Weerth, O.

Kurzfassung

Im Laufe des vergangenen Sommers hatte ich Gelegenheit, an mehreren Punkten des Gebietes zwischen dem Teutoburger Walde und dem Wesergebirge diluviale Ablagerungen zu beobachten, die dadurch besonderes Interesse erregen, dass in ihnen nordische Geschiebe mit einheimischen, deren Herkunft und ursprüngliche Lagerstelle sich mit ziemlicher Sicherheit angeben bezw. in enge Grenzen einschliessen lässt, gemischt vorkommen, und dass ferner ein beträchtlicher Procentsatz der einheimischen Geschiebe in grosser Deutlichkeit jene Schliffe, Furchen, Ritzen, Schrammen und Kritzen zeigt, deren Entstehung man nur durch die Thätigkeit eines Gletschers erklären kann. Die in Rede stehenden Aufschlüsse liegen auf einer Linie, welche die Städte Detmold und Herford verbindet, bez. auf der festlichen Verlängerung dieser Linie, derart, dass der westlichste und der östlichste Punkt etwa 4 Meilen weit von einander entfernt sind. Der erste Aufschluss liegt noch im Gebiet der Stadt Detmold am "Wehrenhagen", der zweite 20 Minuten westlich von Detmold in unmittelbarer Nähe des Ritterguts Braunenbruch, der dritte bei Besten, 3-4 Stunden nordwestlich von Detmold und etwa halb so weit südöstlich von Herford, der vierte 5 Minuten westlich vom Bahnhofe Herford; von da bis zum Dorfe Diebrock, 1/2 Stunde westlich von Herford, steht das Diluvium an der Strasse an, ein weiterer sehr schöner Aufschluss befindet sich im Dorfe Diebrock selbst, und endlich liegen auf der Strecke Diebrock - Eikum mehrere Mergelgruben, in denen über jurassischen Schichten der Geschiebelehm ansteht. Die am meisten westlich gelegene mag ungefähr eine Stunde weit von Herford entfernt sein. Voraussichtlich wird zu den angegebenen demnächst eine Weitere Reihe von Fundstellen hinzukommen, da die Untersuchung des fraglichen Terrains bis jetzt keine umfassende und erschöpfende gewesen ist. Die vorliegenden Mittheilungen könen deshalb auch keinen Anspruch darauf machen, ein abge-schlossenes Bild von der Verbreitung und Ausbildungsweise der diluvialen Massen unserer Gegend zu geben. Die Aufschlüsse von Braunenbruch und Diebrock boten die beste Gelegenheit zur Untersuchung und lieferten die reichste Ausbeute an charakteristischen Geschieben, sie sollen deshalb im Folgenden einer eingehenderen Erörterung unter zogen werden.