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Über die Eruptivgesteine des nördlichen Thüringer Waldes

Weiss

Kurzfassung

Trug zunächst Bemerkungen über die Eruptivgesteine des nördlichen Thüringer Waldes vor, welche theils gangförmig im Granit- und Gneissgebiete, theils gang- und lagerartig im Rothliegenden auftreten. Ihre Untersuchung wird derselbe künftig gemeinsam mit Herrn Bücking in die Hand nehmen, nachdem er schon seit Jahren hierzu Vieles vorbereitet hat und nachdem der leider zu früh verstorbene Prof. Seebeck, der ebenfalls noch zuletzt diesen Gesteinen sein näheres Interesse zu widmen begonnen hatte, davon abberufen und gegenwärtig an seine Stelle Dr. Bücking getreten ist. Da jetzt auch eine Anzahl von Analysen der verschiedenen Eruptivgesteine ausgeführt, andere noch in Arbeit befindlich sind so ist auch ihre chemische Kenntniss schon wesentlich gefördert und die nothwendige Grundlage zu allgemeinerem Studium dieser Gesteine gegeben. Die Verschiedenartigkeit ihres Auftretens entweder im krystallinischen Gebirge oder im sedimentären eröffnet für sie zwei verschiedene geognostische Gesichtspunkte, und in der That bilden sie so gewissermaassen zwei Reihen, deren Glieder nur zum Theil so weit übereinstimmen, dass man einen wesentlichen Unterschied nicht mehr aufzufinden in Stande ist. Es ist aber auch eine Aufgabe der Petrographie dieser Gesteine, die Grenzen ihrer Identität und ihre verschiedenartige Gestaltung in diesen zwei Gebieten festzusetzen. Im krystallinischen Gebirge sind es Granitporphyre, welche die sauren Glieder der Reihe beginnen und allmählich durch andere, basischere Gesteine vertreten werden, bis zu denen hin, die man theils als Melaphyre, theils als Diorite und Diabase bezeichnet hat. Im Rothliegenden sind die Quarzporphyre die sauersten Gesteine und gehen zu Gesteinen herab, welche fast oder völlig gleiches Aussehen mit den basischen der vorigen Reihe haben.