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Über die fossile Flora der unteren Schichten im Plauen'schen Grunde bei Dresden

Weiss

Kurzfassung

Sie zeigt einen eigentümlichen Mischlingscharakter, ähnlich wie die Flora von Stockheim, welche der Vortragende in der Märzsitzung besprochen hat. Herr Sterzel gelangt zu der Ueberzeugung, dass die Flora des Plauen'schen Grundes eher der der Cuseler Schichten als irgend welcher anderer entspreche und dem Rothliegenden zuzuzählen sei. (Ausführliches siehe diesen Band pag. 339 im vor. Heft.) Hieran knüpft Redner eine Besprechung der neuesten Publication von Stur, zur Morphologie der Calamarien (Sitz.-Ber. d. Wiener Ak. d. Wiss. 1881. pag. 409), worin der Autor in überzeugender Weise Calamitea Corda für Calamites reclamirt und viele schöne Beobachtungen veröffentlicht. Freilich bleibt er auch bei mehreren seiner früheren Ansichten stehen, die mancherlei Entgegnungen hervorgerufen haben, ohne im Geringsten von letzteren Notiz zu nehmen. Im Anschluss hieran legte Redner fünfzehn Tafeln vor, welche Studien über Wurzel -, Blatt- und Zweigbildung von Calamiten bringen, und erläuterte die in den letzten Jahren meist an neu erworbenem Material der geologischen Landesanstalt, auch anderer Sammlungen, erlangten Hauptresultate. Der Calamites varians Germar (früher C. alternans Germ.) sowohl als Calamites varians Sternb. zeigen nicht nur Blattnarben, sondern auch die Blätter selbst und beweisen, dass dieselben am oberen Ende der Internodiums entspringen, nicht am unteren, wie Stur neuerlich wieder behauptet hat. Die Knötchen an den Enden der Internodien lassen sich nicht immer ohne Weiteres als Blattnarben bezeichnen, ja ihnen entspricht im Falle des Wettiner Calamites varians (alternans) nicht die gleiche Anzahl Blätter, sondern es kommt auf den Raum von 2 Knötchen nur 1 Blatt. Oft sind die Knötchen Wurzelspuren, die Blattspuren verwischt oder gar nicht sichtbar.