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Ueber Hercynit im sächsischen Granulit.

Kalkowsky, Ernst

Kurzfassung

In vielen normalen oder glimmerarmen Granuliten des sächsichen Mittelgebirges gewahrt man kleine Partieen von rein schwarzer bis grün-schwarzer Farbe, die bereits bei Betrachtung mit der Lupe eine körnige Zusammensetzung erkennen lassen. Unter dem Mikroskope lösen sich dieselben in ein Aggregat verschiedener Gemengtheile auf, unter denen aber dunkelgrüne Körner als das dunkelfärbende Element besonders hervortreten. Die Farbe dieser Körner ist bisweilen ein ungemein reines, saftiges Grün, etwas dunkler noch als smaragdgrün; in dickeren Schliffen erweisen sich stärkere Körner als völlig opak. Meist jedoch besitzt das Mineral in dünnen Lamellen eine eigentümlich tief graulich-grüne Farbe, in viel selteneren Fällen erscheinen licht grau-grün gefärbte Körner. Die grüne Farbe nähert sich bisweilen demjenigen Tone, welchen secundärer Chlorit in krystallinischen Schiefern aufweist, und da nun das grüne Mineral sehr oft in engster Verbindung mit Granat auftritt, so könnte es wohl leicht für Chlorit als Umwandlungsproduct des Granates gehalten werden, wie das auch von Seiten aller derjenigen geschehen zu sein scheint, die trotz eingehender Beschäftigung mit dem Granulit die wahre Natur dieses Minerales nicht erkannten. Dünne Schüppchen von Chlorit wirken bisweilen so wenig auf polarisirtes Licht, dass der optische Charakter derselben schwer zu bestimmen ist. Das in Rede stehende Mineral ist nun aber in Wirklichkeit optisch einfach lichtbrechend: die dunkle Farbe erschwert zwar eine Bestimmung, macht sie jedoch nicht unmöglich. Wo das dunkelgrüne Mineral im Granat eingelagert erscheint, bleibt zwischen gekreuzten Nicols in allen Stellungen alles dunkel; dasselbe ist der Fall, wenn ein Quarzkorn mit eingelagertem grünen Minerale zwischen gekreuzten Nicols nach seinen Hauptschwingungsrichtungen orientirt wird. Auch die Form des grünen Minerales stimmt nicht für Chlorit, es sind im Ganzen genommen doch Körner nicht Blättchen; allerdings sind diese Körner nicht selten flach.