Original paper

Der Bergsturz von Elm.

Rothpletz, August

Kurzfassung

Am Abend des 11. September 1881, kurz nach 5 1/2 Uhr, ereignete sich am Plattenberg bei Elm im Sernfthale (Canton Glarus), nachdem kurz vorher schon zweimal sich bedeutendere Massen hauptsächlich von lockeren Felsblöcken und Waldboden abgelöst hatten und mit verheerender Gewalt den Berghang heruntergestürzt waren, ein Felssturz von solcher Stärke, dass schon nach wenigen Sekunden gegen 60 Hektaren fruchtbaren Landes, 83 Häuser und 115 Menschen unter einer mächtigen Schuttdecke begraben lagen. Einzelheiten der Schreckenscene sind mündlich und schriftlich viel besprochen und beschrieben worden; aber eine eingehende und gründliche Darstellung des ganzen Ereignisses wurde erst vor Kurzem in einer Broschüre, betitelt "Der Bergsturz von Elm", von Pfarrer Buss und Prof. Heim gegeben. Jeder der beiden Autoren hat einen Theil verfasst: derjenige von Buss giebt zuerst eine kurze Schilderung von Elm vor dem Bergsturze und dann eine Zusammenstellung von Aussagen, welche ihm 18 Augenzeugen des Bergsturzes gemacht haben, und die Buss zu einem anschaulichen Bilde des Ganzen zusammenfasst, dem er noch die Aufzählung der Getödteten, der angerichteten Schäden u. s. w. folgen lässt. Dieser Theil ist rein beschreibender Natur, anders der zweite Theil, welcher über die Ursachen und weiteren Folgen des Sturzes, insbesondere aber auch über "die Art der Bewegung der Massen" handelt und Heim zum Verfasser hat. Nur letzterer Gegenstand gehört zum Gebiete der Geologie, und er allein kann uns in Folge dessen an dieser Stelle interessiren. Der Grund, warum wir ihn einer nochmaligen Besprechung unterziehen, liegt darin, dass wir die Ueberzeugung gewonnen haben, eine andere Auffassung der Massenbewegung lasse sich besser auf die festgestellten Thatsachen gründen und erkläre leichter alle näheren Umstände, während Heim's Erklärung physikalisch nur schwer deutbar und in einigen wesentlichen Punkten mit den Aussagen der Augenzeugen nicht in Uebereinstimmung ist.