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Beobachtungen im sächsischen Diluvium.

Geinitz, F. E.

Kurzfassung

Die Verhältnisse der Diluvialablagerungen erscheinen in den Gegenden nahe der südlichen Grenze des Glacialgebietes aus mannigfachen Gründen im Allgemeinen einfacher und durchsichtiger, als in den mächtigen, durch Lagerungsform, vielfache Wechsellagerung und Vertretung complicirteren Ablagerungen der nördlicheren Districte. Eine sehr gute Uebersicht über die Verhältnisse der südlichen Gebiete des ostsächsichen Diluviums ist in der wichtigen Arbeit von Credner: Die Küstenfacies des Diluviums in der sächsischen Lausitz, Zeitschr. d. d. geol. Ges. 1876, pag. 133-158, gegeben. Die Erscheinungen sind da noch durch die Drifttheorie erklärt, auch jetzt bleibt Alles so wie es beschrieben, nur hat man einfach jetzt statt des Meeres den Gletscher zu setzen, statt "Küstenfacies" "Randfacies". Dabei erklären sich auch einige kleine Anomalien, z.B. das Fehlen von Diluvium auf manchen Höhen unter 400 Meter Höhe, leichter als auf die erstere Weise. Die Abhandlung Credner's erspart mir für hier eine detailirte Beschreibung der Lagerungsverhältnisse; ich möchte nur das Auftreten des Hauptgliedes des Lausitzer Diluviums besprechen, des lehmigen Geschiebesandes. Meine Beobachtungen beziehen sich vorerst auch nur auf ein kleines Areal, nämlich die Umgegend von Stolpen; doch glaube ich, dass später weiter ausgedehnte Beobachtungen die hier gewonnenen Resultate nur bestätigen werden. Der lehmige Geschiebesand ist eine meist wenig mächtige, ungeschichtete Ablagerung von braunem sandigem Lehm oder auch lehmigem Sand mit reichlich eingepackten Geschieben und Geröllen von sehr wechselnder Grösse und Form. Diese Geschiebe und Gerölle sind theils nordischen Ursprungs, theils entstammen sie dem heimathlichen Boden.