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Die Stegocephalen aus dem Rothliegenden des Plauen'schen Grundes bei Dresden.

Credner, Hermann

Kurzfassung

Zweiter Theil. Mein erster Beitrag zur Kenntniss der Stegocephalen aus dem Rothliegenden von Niederhässlich im Plauen'schen Grunde bei Dresden (diese Zeitschrift 1881. pag. 298-330 und Tafel XV bis XVIII.) war der Beschreibung des Vorkommnisses dieser interessanten und reichen Fauna überhaupt und speciell der Darstellung des häufigsten ihrer Vertreter, nämlich des Branchiosaurus gracilis gewidmet. Seit jener Zeit hat sich die Ausbeute an Stegocephalen ausserordentlich vermehrt, so dass mir jetzt die Reste von allein über 500 Individuen des letztgenannten kleinen Stegocephalen vorliegen. Manche von diesen sind noch besser erhalten als diejenigen Exemplare, welche meiner Beschreibung zu Grunde lagen. Trotzdem habe ich der letzteren kaum Etwas hinzuzufügen, wenn ich auch an Stelle einzelner der damals abgebildeten Reste, jetzt lieber einige noch schöner und vollständiger erhaltene Exemplare aus dem unterdessen neu gewonnenen Materials dargestellt sähe. Nächst an Häufigkeit nach diesem kleinen, zierlichen Branchiosaurus kommt in dem Kalksteine von Niederhässlich ein grösserer Stegocephale vor, dessen Schädel mir bereits im Januar d. J. bekannt war, als ich in den Berichten der forschenden Gesellschaft zu Leipzig über das Vorkommen artiger thierischer Reste im Rothliegenden des Plauen'schen Grundes die erste Nachricht gab, der aber wegen gewisser Abweichungen von dem Schädelbau bis dahin bekannter Branchiosauren für einer anderen Gattung und zwar Mikrodon, jetzt Limnerpeton A. Fritsch zugehörig betrachtet wurde. Neuerdings, wo einerseits die Abbildung und Beschreibung der böhmischen Limnerpetiden von A. Fritsch erschienen ist, und wo mir andererseits bessere und zwar fast vollständige, oder sich gegenseitig zu fast vollständigen Skeleten ergänzende Reste vorliegen, ergiebt es sich, dass diese Schädel gleichfallseinem Branchiosaurus angehören.