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Ueber den Ursprung der granitischen Gänge im Granulit in Sachsen.

Kalkowsky, Ernst

Kurzfassung

Ein Beitrag zur Kenntniss des Granites. 1. Wenn man vom Kappuziner Kloster am See von Nemi in nördlicher Richtung auf Palazzuola am Albaner See zugeht, so findet man, näher nach Palazzuola, auf eine Strecke hin Scherben und Stücke einer dunkelgrauen Lava, die bei der Bergung einer Röhrenleitung zu Tage gefördert wurden. Diese Stücke gehören jedenfalls einem oberflächlichen Lavastrome des Albaner Gebirges an, zeichnen sich aber auf den ersten Blick vor anderen dortigen Laven durch die hellen Schmitzen aus, von welchen sie durchzogen werden. Die hellen Partieen haben ganz die Form von kleinen Gängen; sie sind durchschnittlich etwa 10 cm lang und breit und 1 cm mächtig, oft aber auch kleiner. Die Lava selbst ist ein Leucitbasalt; Leucit und Augit sind die vorwaltenden Gemengtheile. Dazu gesellen sich einerseits Nephelin, Plägioklas und Sanidin, andererseits Olivin, Magnesiaglimmer, Magneteisen und Apatit, alle sieben Mineralien in sehr untergeordneter Menge. Secundär erscheint Natrolith. Die Leucite enthalten fast ebenso schöne Einschlüsse wie die Lava vom Capo di bove, sie sind gut geformt und stecken oft in grosser Anzahl in den anderen feldspäthigen Gemengtheilen. Die gangartigen Partieen deuten schon durch ihre lichte Farbe an, dass sie eine andere Zusammensetzung besitzen. Allein diese Verschiedenheit erstreckt sich nur auf das Mengenverhältniss der sie zusammensetzenden Mineralien: es herrschen Feldspäthe Natrolith vor; letzterer ist wohl aus Nephelin hervorgegangen, denn seine radialstrahligen Massen zeigen sich in ihren äusseren Umrissen ganz abhängig von den anderen Mineralien, und der Leucit ist in diesem Gesteine nie angegriffen.