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Die tertiären Ablagerungen der Umgegend von Cassel.

Ebert, Theodor

Kurzfassung

Die tertiären Ablagerungen, insbesondere die Braunkohlenablagerungen der Umgegend von Cassel sind schon seit langer Zeit bekannt und vielfach beschrieben worden, doch beschränkten sich diese Arbeiten meist nur auf einzelne Punkte der genannten Gegend. Schon im vorigen Jahrhundert beschrieb R. E. Raspe (1774) den Habichtswald, begnügte sich aber dabei, nur eine petrographische Schilderung der basaltischen Gesteine desselben zu geben. 1791 veröffentlichte L. G. Karsten "mineralogische und bergmännische Beobachtungen über einige hessische Gegenden", welche der landgräfliche Bergrath Riess besonders am Meissner und bei Kaufungen gemacht hatte. Anfang dieses Jahrhunderts (1802) erschien dann eine Reisebeschreibung des Weimar'schen Bergrathes Voigt, in der er die Schichten des Meissners, Hirschberges und Habichtswaldes specieller beschreibt. Später wurden in den "Studien des Göttingischen Vereins bergmännischer Freunde" verschiedene Aufsätze veröffentlicht, welche Punkte der Casseler Gegend behandelten, so 1824 eine Arbeit Strippelmann's über den Habichtswald, 1828 eine grössere Abhandlung von Waitz v. Eschen und Strippelmann über den Hirschberg, und von Schwarzenberg eine solche über den Ahnegraben im Habichtswald. Ebenda gab Schwarzenberg 1833 zuerst eine allgemeine Uebersicht über die Verbreitung und die Lagerungsverhältnisse der marinen Schichten und erklärte dieselben für gleichalterig dem calcaire grossier des Pariser Beckens. Graf Münster (1835) und Philippi (1843) beschrieben die Versteinerungen der marinen Sande, und letzterer nahm an, dass diese Sande der subappenninen Formation angehörten. Beyrich erkannte zuerst, dass die mitteloligocänen Thone einen ausgezeichneten , constanten Horizont bilden durch ganz Deutschland und Belgien, und konnte wesentlich hierauf seine allgemein anerkannte Gliederung des norddeutschen Tertiärs stützen. Den marinen Sanden der Casseler Gegend gab er ihre Stelle im Oberoligocän, da sie den mitteloligocänen Thonen aufgelagert sind. Deutschland und Belgien, und konnte wesentlich hierauf seine allgemein anerkannte Gliederung des norddeutschen Tertiärs stützen. Den marinen Sanden der Casseler Gegend gab er ihre Stelle im Oberoligocän, da sie den mitteloligocänen Thonen aufgelagert sind.