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Stachyodes, eine neue Stromatoporidae.

Bargatzky, Aug.

Kurzfassung

Nachdem ich meine in den Verhandlungen des naturhistorischen Vereins der preussischen Rheinlande und Westfalens veröffentlichte Dissertation über die Stromatoporeu des rheinischen Devons bereits abgeschlossen hatte, machte Herr Prof. Schlüter in Bonn mich auf eine in den devonischen Ablagerungen von Paffrath vorkommende Versteinerung aufmerksam, welche nach seiner Meinung in naher Beziehung zu den Stromatoporen stehen dürfte. Diese Vermuthung Herrn Schlüter wurde durch meine Untersuchung des betreffenden Fossils bestätigt. Das Gehäuse der fraglichen Versteinerungen, welche ästig verzweigte, auf fremden Körpern festgewachsene Stöcke bildet. ist, wie dasjenige der Stromatoporen, aus äusserst feinen Kalkfasern zusammengesetzt, welche aus einem filzigen Gewebe bestehen. Die Oberfläche der 5-10 mm dicken Aeste des Stockes ist mit feinen, für das unbewaffnete Auge noch deutlich sichtbaren Poren besetzt; dazu kommen an der Spitze der Aeste und Zweige eine oder mehrere grössere Oeffnungen. Letztere sind, wie an Längsschnitten durch die Axe der Aeste zu erkennen ist, die Endigungen von mehr oder weniger cylindrischen Hohlräumen, welche sich wie der Stock selbst verzweigen und in der Axe der einzelnen Zweige verlaufen. Der Querschnitt der axialen Kanäle ist insofern abhängig von der Dicke der Zweige, in denen sie verlaufen, als die dickeren Zweige die weiteren Hohlräume enthalten. Von diesen als coenosarcale Höhlungen aufzufassenden Hohlräumen strahlen, wie an Längsschnitten durch die Zweige zu sehen ist, die Zellen garbenförmig aus, d.h. in ihrem untersten Theile gehen die Zellen ziemlich der Axe der betreffenden Zweige parallel und entfernen sich anfangs nur langsam, dann schneller von derselben; in ihrem obersten Theile endlich stehen die Zellen fast senkrecht zur Axe der Zweige. Da die Zellen um die hohle Axe gruppirt sind, ähnlich wie die Früchte einer Aehre um die Spindel, so schlage ich für die Gattung den Namen Stachyodes vor.