Original paper

Ueber den Muschelkalk in Schwaben und Thüringen.

Frantzen

Kurzfassung

Es wird Sie vielleicht interessiren, zu vernehmen, dass ich im October eine Woche lang in Württemberg war, und die gebotene Gelegenheit benutzte, um auch Herrn Eck zu besuchen, welcher nichts mehr bedauerte, als dass es ihm nicht möglich war, schon zwei Tage nach dem Beginne seiner Vorlesungen dieselben wieder zu schliessen, um mich zu seinen Muschelkalkprofilen begleiten zu können. Indessen habe ich, mit seinen Karten und Anweisungen wohl ausgerüstet, doch ziemlich viel ansehen können und besonders die Gegend um Freudenstadt, Aach, Dornstetten, Nagold etc. untersucht. Es kam dabei mancherlei Ueberraschendes zu Tage, z.B. dass in Württemberg nicht nur der Chirotheriumsandstein (ca. 30 m dick), wenn auch etwas anders wie hier aussehend, vorhanden ist, sondern auch der Röth, wenn auch sehr verkümmert. Ich fand bei Nagold an seiner oberen Grenze selbst unsere blättrigen Zellenkalke wieder. Besonders interessant war mir ferner der untere Terebratelhorizont im schwäbischen Wellendolomit mit der von Eck beschriebenen kleinen Terebratel, welche durch das Fehlen der Einsenkung in der Mitte der Rückenschale charakterisirt ist. Ich habe in Folge dieser neuen Anregung nach dem Lager der gleichen Muschel in hiesiger Gegend eine genauere Untersuchung angestellt, und bin zu dem Resultate gekommen, dass der untere schwäbische Terebratelhorizont mit unseren Oolithbänken identisch ist. Ich fand die Muschel hier überall in der untersten Oolithbank, der Oolithbank alpha Nordthüringens, der etwa 25 Fuss unter der Emmrich'schen Oolithbank (beta Nordthüringens) liegt. Diese Bank ist hier nur stellenweise eine echte Oolithbank, aber selbst bis 2 Fuss mächtig, ist aber von Emmrich übersehen oder doch nicht gewürdigt worden. Sie erhält jetzt dadurch, dass sie die Eck'sche Terebratel oft ebenso zahlreich, wie in Schwaben enthält, eine besondere Bedeutung. Allerdings ist es hier oft recht schwer, aus dem harten Gestein gute und unverletzte Exemplare herauszuklopfen, während man solche in Schwaben mit Leichtigkeit in dem weichen erdigen Mergel zu Hunderten sammeln kann. Ebenso kommt diese Muschel in Emmrich's Oolithbank (beta), allerdings hier sehr selten, vor. Ich halte die Eck'sche Unterscheidung der beiden Terebratelformen für die Gliederung des Wellenkalks für sehr wichtig, und werde daher meine Untersuchungen über diese Sache der geologischen Landesanstalt als kleinen Beitrag zum nächsten Jahrbuche einsenden, derselben dann auch von dem hier und in Schwaben gesammelten Materiale zur Verfügung stellen. Ich werde die EcK'sche Terebratel dem Entdecker zu Ehren als Terebratula Ecki taufen.