Original paper

Ueber das Vorkommen des schwedischen Ceratopygekalks unter den norddeutschen Diluvialgeschieben

Remelé, A.

Kurzfassung

Durch freundliche Vermittelung des Herrn Ober-Forstmeisters Freiherrn Von Nordenflycht zu Neustrelitz ist mir von Herrn Ober-Medicinalrath Dr. Goetz daselbst das von mir im vorigen Hefte (pag. 500) besprochene glaukonitführende Kalkgesteingeschiebe zugeschickt worden, welches das Originalexemplar von Beyrich's Harpides hospes enthält und gegenwärtig der dortigen Grossherzoglichen Petrefactensammlung angehört. Die grosse Aehnlichkeit des Gesteins mit dem glaukonitischen Vaginatenkalk der Mark ist nicht zu leugnen. Indessen sind doch auch einige petrographische Unterschiede unverkennbar, die ich um so eher hervorheben möchte, als der mir früher allein davon zu Gesicht gekommene Splitter in der Voll'schen Sammlung von einer helleren Stelle des Stückes abgeschlagen worden ist und nicht genau den Totaleindruck desselben wiedergiebt. Der die Grundmasse des Neustrelitzer Geschiebes ausmachende dichte Kalk ist im Ganzen etwas dunkler, mehr in's Bräunliche gehend und von einem ziemlich ausgeprägt splittrigen Bruch. Die Glaukonitkörnchen haben zwar das nämliche Aussehen wie in dem märkischen Glaukonitkalk, allein sie sind kleiner und viel weniger reichlich eingesprengt. Inmitten der vorbezeichneten bräunlichgrauen Kalksteinmasse liegen gewissermaassen conglomeratartig einzelne Partien von hell graugrünem, etwas erdig aussehendem Kalk, im welchem die Glaukonitkörnchen noch spärlicher eingewachsen sind. Etwas Aehnliches zeigt sich nun allerdings auch bei unserem glaukonitischen Vaginatenkalk, indem die aschgraue, mit Glauconit durchsprengte Hauptmasse des Gesteins hier und da hell gelblichgrane Partieen von mehr oder weniger mürber Beschaffenheit umschliesst. Dessenungeachtet hat das Harpides-Geschiebe doch im Ganzen einen etwas abweichenden Habitus, und lässt sich hiernach auch petrographisch von dem anderen Gestein trennen. Hält man beide nebeneinander, so fällt der Unterschied leicht in's Auge.