Original paper

Über geologische Untersuchungen am Brocken

Lossen

Kurzfassung

Herr Lossen legte Cordieritgn eiss vor, der in Geschieben in dem aus dem Schneeloch auf der Nordseite des Brockens fliessenden Kellwasser aufgefunden wurde und demnach wahrscheinlich als ursprünglicher Einschluss des Broekengranits nach Art der Hornfelsschollen anzusehen ist. Das Gestein, in welchem mit blossem Auge oder der Lupe in einer hell- bis dunkelgrünlichen glanzlosen Masse Quarz, Granat und dunkler Glimmer und nur einmal ein lebhaft violblaues Korn wahrgenommen wurde, hat Aehnlichkeit mit dem Kinzigit und zeigt unter dem Mikroskop Cordierit und Feldspath (Plagioklas?) nur als nach Inhalt und Umriss wohl unterscheidbare Pseudomorphosen, wobei überdies streng orientirte pleochroitische Höfe in den glimmerigen Umwandlungsproducten des Cordierits um stark lichtbrechende Körnchen hervortreten; auch Magnetit, Apatit und Zirkon fehlen nicht. Cordierithaltiger Hornfels steht in der That am Meinekenberge zwischen Granit an und ist in der Ecker- und Radaugegend häufiger azutreffen, der Granatgehalt jedoch nur ganz sporadisch. [...] Herr Lossen gab im Anschluss an den voraufgehenden Vortrag kurz Bericht über eine 1880 nach der Generalversammlung der deutschen geologischen Gesellschaft aus Anlass der Discussion der Torell'schen Theorie mit O. Torell verabredeten und ausgeführten zweitägigen Brockenbegehung. Sie galt der Aufklärung der von dem Vortragenden aufgeworfenen Frage, ob der Harz, abgesehen von der nachweislichen Wanderung nordischer Blöcke über seine Südostecke nicht Spuren einer selbständigen Vergletscherung in seinem höchsten Erhebungsgebiete erkennen lasse.