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Über geschrammte Schichtenköpfe von dem Rüdersdorfer Muschelkalk

Wahnschaffe, Felix

Kurzfassung

Dieselben bieten ein besonderes Interesse deshalb, weil sie die von Herrn De Geer bei dem jüngeren Schrammensystem zuerst nachgewiesene Richtung von West nach Ost bestätigen (cfr. diese Zeitschrift Bd. XXXII. pag. 792 u. 797). Es sind diese Schichtenköpfe mit breiten und verhältnissmässig tiefen rinnenartigen Furchen versehen, welche durch eine gelbliche Färbung von Eisenoxydhydrat sehr deutlich hervortreten und in ihrem Innern ganz feine parallele Linien erkenne lassen. Bei der Sichtungsbestimmung dieser Schrammen ergaben sich Schwankungen von N. 670 W. bis zu N. 770 W., woraus eine mittlere Schrammenrichtung von N. 700 W. nach S. 700 O. berechnet wurde. Das ältere System ist durch kurze und zum Theil ausgeschliffene Schrammen angedeutet. Ihre Richtung ist im Mittel N. 310 W. nach S. 310 O. Beweisend für die Westost-Richtung des jüngeren Systems ist die bereits von De Geer beobachtete Thatsache, dass die Schichtenköpfe auf der Westseite, der Stossseite, sehr schön abgerundet, abgeschliffen und geschrammt sind, während sie auf der gegenüberliegenden Leeseite rauhe und unebene Flächen zeigen. Es kam dies dadurch zur Erscheinung, dass die Schichtenköpfe zerklüftet waren, so dass die geschrammten Platten durch mehrere Centimeter breite, von Nord nach Süd sich erstreckende und mit Geschiebelehm erfüllte Sprünge getrennt waren. Dass diese Sprünge entweder schon vorhanden waren oder durch den Druck des Gletschereises und nicht durch spätere Einflüsse, wie Verwitterung und Frost, entstanden sein müssen, beweist der Umstand, dass sich die Schrammen über die zerklüfteten Schichtenköpfe hinweg ohne abzusetzen in ganz gleicher Richtung auf mehrere Meter verfolgen liessen.