Original paper

Ueber ein grosses Conocardium aus dem Devon des Oberharzes.

Halfar, A.

Kurzfassung

Bei der Beschreibung des Pentamerus hercynicus im Jahrgange 1879, pag. 705 dieser Zeitschrift erwähnte ich auf pag. 707 auch ein Conocardium, über welches ich mir eine besondere Notiz vorbehielt. Die folgenden Zeilen bringen nun dieselbe. Die vorliegenden Exemplare stammen von zwei verschiedenen Orten aus der nämlichen Schicht wie jener Pentamerus. also aus dem oberen Theile der Uebergangszone des Spiriferen-Sandsteins zu den ächten Calceola-Schichten, welcher sich, wie bereits 1. c. erwähnt wurde, paläontologisch schon ganz den letzteren anschliesst, die unmittelbar darüber folgen. Von der Wegeböschung am nordnordöstlichen Ufer des einstigen Mittleren Schalkteiches liegen nur zwei Steinkerne vor, von welchen der grössere eine durch Quetschung sehr verunstaltete unvollständige rechte Klappe von 37 mm Länge und der andere ein von den Seiten her zusammengedrücktes kleines, wohl junges Individuum darstellt. An der südöstlichen Böschung des vor etwa zwei Jahren angelegten Forstfahrweges, welcher von der Goslar-Zellerfelder Chaussee von der Hohnkehl her nach Hahnenklee führt, stehen nördlich vom Gipfel des Bocksberges und südwestlich unfern vom oberen Ausgange des Grossen Todtenthals, und zwar im unmittelbaren Liegenden der eigentlichen Calceola-Schichten zwei gänzlich verwitterte Gesteinsbänke von etwa 1/3 Meter Mächtigkeit über einer nur wenige Centimeter dicken hellen, gelblichen bis röthlichen Lettenlage an. Dieselben entsprechen, bis auf ihre hellere, schmutzig ockergelbe Farbe, ganz denjenigen, welche in obigem Aufsatze I. c. pag. 706 vom Mittleren Schalkteiche beschrieben worden sind und stellen wohl das völlig mürbe und zu sandigem Grus zerfallene Verwitterungsproduct eines eigenthümlichen sehr kalkreichen und in Kalkstein übergehenden, stark eisenschüssigen, compacten Grauwackenschiefers dar, von dessen kalkreichsten Partieen jetzt nur noch unförmliche Knollen eines sehr dunklen, unreinen kiesligen Kalksteins erhalten sind. - Aus der auch hier stets feuchten Masse dieser zersetzten Gesteinsbänke stammt nun, ausser verschiedenen Bruchstücken der nämlichen Art, das grosse, im Folgenden besonders in Betracht kommende Conocardium. Leider sind es nur der Steinkern und der Hohldruck eines unvollständigen, von oben nach unten breitgedrückten Exemplares.