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Der Bergsturz von Elm.

Heim, Albert

Kurzfassung

Herr A. Rothpletz in Zürich ist zuerst mündlich in der Sitzung der züricherischen naturforschenden Gesellschaft, hernach in dieser Zeitschrift, Jahrgang 1881, gegen die von mir dargestellte Art der Bewegung der Massen beim Bergsturz von Elm aufgetreten. Obschon er mit seiner Autfassung ganz allein steht, erscheint mir eine Erwiderung doch nothwendig, 1. weil ich früher die Begründung der allgemeinen Anschauung, da ein Widerspruch nicht in Aussicht stand und namentlich die abweichende Rothpletz'sche Auffassung von Niemandem hätte im Voraus errathen werden können, etwas zu kurz gehalten habe; 2. weil vor dem Druck unseres Buches über Elm die allseitige Begehung des Schuttgebietes noch zu gefährlich erschien, so dass eine Menge bezüglicher Beobachtungen erst später allmählich von mir gemacht werden konnten, die ich hier zum ersten Mal aufführen werde; 3. weil wir seither auch noch die Zahl der Zeugenaussagen wesentlich vermehren konnten und 4. weil die bisher übersehene Erscheinung der Schuttströme auf flachem Grunde, welche Herr Rothpletz, in Frage stellt, bei grossen Bergstürzen eine allgemeine Bedeutung hat. Das Folgende soll also nicht blos eine Entgegnung auf den Angriff des Herrn Rothpletz sein, sondern zugleich eine Ergänzung meiner bisherigen Publication. Ueberdies habe ich hier den Vortheil, vor Fachgenossen zu reden, während ich in meiner früheren Publication an einen weiteren Leserkreis mich halten musste. Ich werde hier zuerst die Arbeit des Herrn Rothpletz und deren Werth in den Hauptzügen besprechen und nachher zur näheren Begründung meiner Auffassung übergehen.