Original paper

Zur Beleuchtung der Frage über den versteinerten Wald.

Schweinfurth, G.

Kurzfassung

Die verwickelten, hauptsächlich auf eine genaue Kenntniss des Terrains und der Höhenverhältnisse fassen müssenden Untersuchungen zur Erklärung des Alters und der Entstehung des versteinerten Waldes lassen sich nicht so nur gelegentlich auf Vormittagsexcursionen abthun. Vor allen Dingen thun Grabungen und Bohrungen Noth, um den ursprünglichen Lagerungsverhältnissen der verkieselten Stämme nachspüren zu können. Die bei der Behandlung dieser Frage bisher aufgetretenen Schwierigkeiten lassen sich, meines Erachtens, zum grossen Theil auf die botanischen Trugschlüsse zurückführen, die Unger's und Schenk's Untersuchungen über die Holzanatomie der verkieselten Hölzer Aegyptens und Abyssiniens zu verantworten haben. Ich erlaube mir die wirkliche Identität des Holzes der Nicolia aus so verschiedenen Regionen und geologischen Gebieten, wie sie bisher angenommen wurde, alles Ernstes in Frage zu stellen. Die fraglichen Hölzer mögen der Ordnung der Sterculiaceen zuzurechnen sein, aber erst muss der Beweis geliefert werden, dass zwei verschiedene Arten derselben wirklich auch verschiedene Merkmale ihrer Holzstructur zu erkennen geben müssen, bevor ich der Annahme beipflichten möchte, die versteinerten Hölzer von Cairo, die der grossen Oase und die von Magdala in Abyssinien stammten alle von ein und derselben Art, blos weil sich in ihrem Holzbaue keine Unterschiede nachweisen Hessen. Die Möglichkeit, dass eine und dieselbe Baumart bereits in der mittleren Kreidezeit vorhanden war und dann noch zur Zeit der nachweisbar neuesten Bildungen in Aegypten fortexistirt hätte, muss doch von vornherein als ausgeschlossen betrachtet werden. Dass aber ein Repräsentant der Sterculiaceen bereits in den älteren Formationen gelebt haben kann, ist nicht unwahrscheinlich.