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Ueber Bimsstein-Gesteine des Westerwaldes.

Sandberger, F.

Kurzfassung

Angeregt durch eine Abhandlung v. Dechen's im Jahrg. 1881 dieser Zeitschrift pag. 442-453 über Bimsstein im Westerwalde, welche vielfach auf ältere Arbeiten von mir Bezug nimmt, habe ich die Bimsstein - Vorkommen in diesem Gebirge einer erneuten Prüfung unterworfen, deren Resultate ich hier mittheile. Nach Erörterung der älteren Litteratur geht v. Dechen pag. 445 auf meinen im N. Jahrbuch für Mineralogie 1848 pag. 549 abgedruckten Brief an C. v. Leonhard ein, in welchem zum ersten Male ausgesprochen wurde, dass der auf dem Westerwalde und im Lahngebiete bis nahe an die Vorberge des Vogelsberges und des Taunus verbreitete Bimssteinsand nicht aus dem Westerwalde, sondern von einem Ausbruche in dem Vulkangebiete des Laacher See's herrühre. Diese seither allgemein angenommene und s. Z. von Von Decken selbst mit weiteren Gründen gestützte Ansicht scheint ihm nun aber durch ein Profil bei Langendernbach unweit Hadamar, welches er a. a. O. pag. 450 wiedergiebt, erschüttert, ja widerlegt, indem er dasselbe für einen entscheidenden Beweis für die Ueberlagerung des Bimssteinsandes durch Basalt ansieht und dieselbe Auffassung auch für alle Punkte gelten lassen will, an welchen beide Gesteine zusammen vorkommen. Betrachtet man indessen die Profil-Skizze näher, so drängt sich sogleich eine andere Interpretation als wahrscheinlicher auf, nämlich die, dass an dieser Stelle der Bimssteinsand unter dem Schütze einer überstehenden Basaltwand abgelagert und durch diese vor dem Wegschwemmen geschützt geblieben sei. Eine Ueberlagerung desselben durch Basalt ist mir bei meinen zahlreichen Streifzügen durch den Westerwald in den Jahren 1846-1854 niemals zu Gesicht gekommen, wohl aber sehr häufig der umgekehrte Fall, sowie Auflagerung auf Trachyt, Phonolith- und unterdevonische Gesteine. Dass die Kuppen der Berge von Bimssteinsand frei sind, darf bei der leichten Beweglichkeit des Materials durch Wind und Regen wohl nicht wundern.