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Die Bivalven-Fauna des Diceraskalkes von Kelbeim

Böhm

Kurzfassung

Herr Böhm berichtete Folgendes: Die Bivalven-Fauna des Diceraskalkes von Kelbeim oberhalb Regensburg war bis jetzt durchaus unzulänglich bekannt. Nach dem vorliegenden Materiale konnten nicht weniger als 48 Arten mit Sicherheit bestimmt werden. Der Erhaltungszustand der Fossilien ist mangelhaft, fast nur die Diceraten und Trichiten machen hiervon eine Ausnahme. Letztere beiden Gattungen gaben denn auch, neben Isoarca, zu eingehenderen Beobachtungen Anlass. Von den 48 sicher bestimmten Arten kommen nur 16 an anderen Localitäten vor. Von diesen sind 3 so indifferent, dass sie für geologische Folgerungen nicht verwerthet werden können. Von den übrig bleibenden 13 Arten haben einige eine sehr weite, verticale Verbreitung, andere treten in Schichten auf, deren Alter nicht sichergestellt ist, noch andere gehören verschiedenen. Horizonten des oberen Jura und der unteren Kreide an. Nach diesen Ergebnissen ist es unthunlich, aus der Bivalven-Fauna einen Schluss auf die stratigraphische Stellung der Diceraskalke von Kelheim zu ziehen. Dieses Ergebniss war fast voraus zu sehen, denn die verwandten Faunen, vor Allem die Fauna von Valfin, sind ganz unzureichend bekannt. Aus demselben Grunde ist es vorläufig nicht möglich, die Beziehungen zu den sogenannten jurassischen Inselbergen von Ernstbrunn, Nikolsburg, Staats festzustellen. Einen engen faunistischen Zusammenhang zeigen die Kelheimer Diceraskalke zu den meist tiefer lagernden Dolomiten von Ingolstadt, sowie vor Allem zu den Oolithen von Oberstotzingen bei Ulm.