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Über die Abhängigkeit der Ausfüllungsmassen der Unterharzer Erz-, Fluss- und Quarzgangspalten von der Lage dieser Spalten zu dem Granitstocke des Rammbergs und seiner Contactzone. -

Lossen, K. A.

Kurzfassung

Unter Bezugnahme auf seine mehrfach, zuletzt im Jahrbuche der königl. geolog. Landesanstalt (1881. pag. 1 ff.) dargelegte Theorie von der Falten- und Spaltenbildung im Kerngebirge des Harzes, erinnert er zunächst an die (a.a.O. pag. 47 ff.) von ihm aufgestellte Eintheilung der vorzüglichsten Harzer Erz- und Mineralgänge in vier Gruppen. Je nachdem diese Gangspalten mit relativ hohem Abstande über der liegenden oder Steilseite der Granitstöcke oder mit relativ niedrigem Abstände über der hangenden oder Flachseite derselben aufsetzen, werden zunächst zwei Gruppen unterschieden, die letztere Gruppe aber wieder je nach der näheren oder weiteren Entfernung der Spalten von der Aussengrenze der Granitcontactzone in zwei getrennt, während als vierte Gruppe diejenigen Gänge besonders aufgeführt werden, die im Granit selbst, in dessen Contactzone oder in deren durch Regionalmetamorphosen ausgezeichneten Vorhof aufsetzen. Das eigentliche Oberharzer Gangspaltensystem auf der liegenden Seite des Brockenmassivs gehört in die erste Gruppe und zeichnet sich vor den drei anderen Gruppen durch die namhafte Betheiligung des Schwerspaths an der Gangfüllmasse, sowie durch das Fehlen von Flussspath, Magnetkies, Arsen-, Nickel- und Kobaltverbindungen und das spärliche Auftreten der Antimonverbindungen aus. Die zweite Gruppe bilden die Gänge im Hangenden des Brockenmassivs von Hasserode über Braunlage nach St. Andreasberg, die unmittelbar an der Aussengrenze der Coutactzone und schon in dieselbe einschneidend aufsetzen, ausgezeichnet durch Kobalt- (und Nickel-) verbindungen, Wismuth (Hasserode) und überdies, besonders in dem zwischen den Ruscheln eingesunkenen Gebirgskeil zu Andreasberg, durch Antimon- und Arsenmineralien, Magnetkies, die edlen Geschicke, Axinit, Pistazit, Granat, Datolith, Zeolithe und etwas Flussspath.