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Die Stegocephalen aus dem Rothliegenden des Plauen'schen Grundes bei Dresden.

Credner, Hermann

Kurzfassung

Dritter Theil. Der erste und zweite Theil meiner Beschreibung der Stegocephalen aus dem Rothliegenden-Kalkstein von Niederhässlich waren der speciellen Schilderung zweier Branchiosauren, nämlich derjenigen des Branchiosaurus gracilis (diese Zeitschr. 1880. pag. 298-330, Taf. XV-XVIII.) und des Branchiosaurus amblystomus (ebend. pag. 574-603, Taf. XXII-XXIV.) gewidmet. Neben diesen salamanderähnlichen Amphibien mit ihren breiten, fast halbkreis- oder halbmondförmigen Schädeln und glatten Zähnen, jedoch an Häufigkeit weit hinter ihnen zurückstehend, kommen 10-20 cm lange, eidechsenähnliche Stegocephalen vor, welche sich auf den ersten Blick von den vorhergenannten durch ihren mehr zugespitzten, vorn abgerundet dreiseitigen Schädel, durch gefaltete Zähne und den Bau ihres Schultergürtels unterscheiden. Unter sich verglichen, weichen sie jedoch wiederum in mehrfacher Beziehung beträchtlich von einander ab. Die einen besitzen die langgestielten Thoracalplatten und die zarten Claviculae der Gattung Melanerpeton - die anderen die kräftigen Kehlplatten und ruderformigen Schlüsselbeine des Archegosaurus, im Gegensatze zu diesem aber Wirbel mit intravertebral erweiterter Chorda. Diese letztere Gruppe ist in unserer reichen Stegocephalen-Ausbeute durch etwa ein Dutzend theilweise in trefflicher Erhaltung überlieferte Exemplare vertreten und soll in Folgendem und zwar unter dem Gattungsnamen Pelosaurus geschildert und mit verwandten Formen verglichen werden.