Original paper

Kreischeria Wiedei H. B. Gein., ein fossiler Pseudoscorpion aus der Steinkohlenformation von Zwickau.

Geinitz, H. B.

Kurzfassung

Her Bergrath Prof. Kreischer in Freiberg hatte am 19. April 1882. die Güte, mir ein Fossil zu übergeben, welches jedenfalls zu den seltensten und interessantesten Vorkommnissen im Gebiete der Steinkohlenformation überhaupt gehört. Dasselbe stammt aus einem Querschlage bei Grube Morgenstern zu Reinsdorf bei Zwickau und ist einem Schieferthone ca. 80 m im Liegenden des Russkohlflötzes in der unteren Partie der Sigillarienzone entnommen. Es wurde nach dem Umstürzen der Halde behufs Durchforschung derselben nach Pflanzenresten von dem Cassirer der genannten Grube, Herrn Bley, aufgefunden und von dem Herrn Bergdirector Wiede in Bockwa dem königl. mineralogischen Museum in Dresden freundlichst überlassen. An dem Handstücke sind noch Spuren der Annularia sphenophylloides Zenker sp. zu erkennen, welche vereint mit Sphenopteris Kreischeri Sterzel, dort häufig gefunden wird. Von dem zu beschreibenden Thiere sind das Kopfbruststück, die Ueberreste dreier Füsse und der Hinterleib ziemlich gut erhalten, während das vordere Ende mit den Fühlertastern leider fehlt. Sämmtliche Theile des Körpers lassen eine durch Kohlenstoff geschwärzte, granulirte Oberfläche erkennen, die sich sehr deutlich von dem umgebenden milden grauen Schieferthone abscheidet und mehr auf eine hornige als kalkige Bedeckung des Thieres hinweist. Die Gesammtlänge des Thieres beträgt gegen 50 mm, wovon das Kopfbruststück ca. 15 mm, der Hinterleib ca. 35 mm einnimmt.